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Amoklauf von Winnenden: Stadt verklagt Eltern von Tim K. auf 9,4 Millionen Euro

9,4 Millionen Euro gefordert  

Winnenden verklagt Eltern des Amokläufers

25.09.2013, 12:50 Uhr | dpa

Amoklauf von Winnenden: Stadt verklagt Eltern von Tim K. auf 9,4 Millionen Euro. Bilder von Einschusslöcher in Wänden und Fenstern erinnern an die grausame Tat von Winnenden. (Quelle: dpa)

Bilder von Einschusslöcher in Wänden und Fenstern erinnern an die grausame Tat von Winnenden. Die Folgekosten gehen laut Stadt in Millionenhöhe. (Quelle: dpa)

Die Stadt Winnenden will die Eltern des Amokläufers Tim K. auf Schadenersatz in Höhe von 9,4 Millionen Euro verklagen. Dies hat der Gemeinderat jetzt beschlossen. Bisher hätten außergerichtliche Verhandlungen keine Einigung gebracht. Da die Ansprüche der Stadt Ende des Jahres verjähren, sehe sie sich gezwungen, Klage beim Landgericht Stuttgart zu erheben.

Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden sowie in Wendlingen bei Esslingen ein Blutbad angerichtet. Mit der Waffe seines Vaters erschoss er 15 Menschen und sich selbst.

Sechs Klagen in Höhe von 100.000 Euro

In einem Strafprozess war der Vater des Amokläufers bereits wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte die Tatwaffe unverschlossen im Schrank aufbewahrt. Vor dem Landgericht Stuttgart sind mindestens sechs Schadenersatzklagen von Privatleuten in Gesamthöhe von mehreren 100.000 Euro anhängig.

Der Vater des Täters hat eine Haftpflichtversicherung bei der Allianz Versicherung AG, deren Deckungssumme sich in Leistungen für Personen- und in solche für Sachschäden aufteilt. Die Ansprüche der Opferangehörigen und der Verletzten werden bereits aus dem Teil für Personenschäden entschädigt.

Stadt Winnenden streitet sich mit Versicherung

Die Stadt Winnenden vertritt die Meinung, dass der überwiegende Teil der Amoklauf-Folgen Sachschäden sind und demzufolge aus der Deckungssumme für Sachschäden (eine Million Euro) ersetzt werden sollten. "Dabei handelt sich um Schäden am Schulgebäude und die Folgekosten, die durch das ohne grundlegende Umgestaltungen nicht mehr nutzbare, weil Lehrern und Schülern nicht mehr zumutbare, Schulgebäude entstanden sind", erklärte die Stadt.

Die Allianz vertritt dagegen die Ansicht, dies seien Personenfolgeschäden, welche aus der Deckungssumme in Höhe von zwei Millionen entschädigt werden sollten. "Damit stünde die Stadt Winnenden mit ihren Forderungen gegenüber der Versicherung praktisch in Konkurrenz zu den Forderungen der Angehörigen und Verletzten", teilte die Stadtverwaltung mit. Mit einer Klage werde eine solche Konkurrenzsituation verhindert.

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