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Billig-Brustimplantate: Vier Jahre Haft für Angeklagten Jean-Claude Mas

Urteil um Billig-Brustimplantate  

PIP-Firmengründer zu vier Jahren Haft verurteilt

10.12.2013, 10:24 Uhr | AFP, dpa

Billig-Brustimplantate: Vier Jahre Haft für Angeklagten Jean-Claude Mas. PIP-Unternehmensgründer Jean-Claude Mas beteuerte vor Gericht, dass die Billig-Brustimplantate nicht gesundheitsgefährdend seien (Quelle: dpa)

PIP-Unternehmensgründer Jean-Claude Mas beteuerte vor Gericht, dass die Billig-Brustimplantate nicht gesundheitsgefährdend seien (Quelle: dpa)

Nach dem weltweiten Skandal um Billig-Brustimplantate aus Industriesilikon ist in Marseille das Urteil im ersten großen Strafprozess um die französische Firma Poly Implant Prothèse (PIP) gefallen.

Der 74-jährige Firmengründer und Hauptangeklagte Jean-Claude Mas erhält vier Jahre Haft wegen schwerer Täuschung und Betrugs. Auch vier ebenfalls angeklagte frühere Mitarbeiter von PIP wurden schuldig gesprochen. Sie kamen
mit leichteren Strafen davon.

Implantate können schnell reißen

Der heute 74 Jahre alte Mas hatte zugegeben, seine Brustimplantate rund zehn Jahre lang mit einem billigeren Industriesilikon gefüllt zu haben. Es ist nicht für Medizinprodukte zugelassen. Die Einlagen reißen schneller und werden für Entzündungen verantwortlich gemacht.

Mas beteuerte in dem Prozess, dass sein Gel nicht giftig oder gefährlich gewesen sei.

Der Skandal war erst 2010 aufgeflogen, nachdem sich Hinweise auf eine erhöhte Reißanfälligkeit der Produkte gehäuft hatten.

Behörden, darunter in Frankreich und Deutschland, empfahlen deshalb den betroffenen Frauen in einer beispiellosen Aktion, sich vorsorglich die PIP-Brustimplantate herausnehmen zu lassen.

5000 Frauen in Deutschland betroffen

Weltweit implantierten Chirurgen Schätzungen zufolge Hunderttausenden Frauen PIP-Silikonkissen. In Deutschland sind mehr als 5000 Frauen betroffen. Viele von ihnen traten in dem Strafprozess als Nebenkläger auf - wie auch der TÜV Rheinland.

Der Prüfdienstleister war für die Zertifizierung der Implantate und des PIP-Qualitätssicherungssystems zuständig. Er wirft PIP vor, sämtliche Hinweise auf die Verwendung nicht zugelassenen Silikons systematisch verschleiert zu haben.

Die mündliche Verhandlung war bereits Mitte Mai zu Ende gegangen. Experten erwarten, dass sich die juristische Aufarbeitung des Skandals auch nach dem Urteil noch lange hinziehen könnte. So sind die Ermittlungen zu Straftatbeständen wie Körperverletzung und Insolvenzbetrug noch im Gange.

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