Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Olaf Glaeseker: Zeugin entlastet den Ex-Sprecher von Christian Wulff

Zeugin entlastet Glaeseker  

Wulffs Ex-Sprecher "war nur einer von vielen Gehilfen"

28.01.2014, 16:27 Uhr | t-online.de, dpa

Olaf Glaeseker: Zeugin entlastet den Ex-Sprecher von Christian Wulff . Olaf Glaeseker (li.), früherer Sprecher des Ex-Bundespräsidenten Wulff, steht am 28.01.2014 zusammen mit seinem Anwalt Guido Frings im Landgericht in Hannover. (Quelle: dpa)

Olaf Glaeseker (li.), früherer Sprecher des Ex-Bundespräsidenten Wulff, steht am 28.01.2014 zusammen mit seinem Anwalt Guido Frings im Landgericht in Hannover. (Quelle: dpa)

Olaf Glaeseker, der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, hat bei der Organisation der Promiparty "Nord-Süd-Dialog" nach Aussagen einer Zeugin nur auf Wulffs Wunsch gehandelt. Der wegen Korruption angeklagte Glaeseker sei "nur einer von vielen Erfüllungsgehilfen" in der niedersächsischen Staatskanzlei gewesen, sagte die 62 Jahre alte Ex-Mitarbeiterin der Behörde vor dem Landgericht Hannover aus.

Sie berichtete, dass der Promi-Treff "Nord-Süd-Dialog" einen außergewöhnlich hohen Stellenwert gehabt habe. "Hier war die Ansage: Das ist was ganz Besonderes. Das muss ein Erfolg werden", so die Zeugin weiter. Den Erfolg der Veranstaltung habe der Ministerpräsident unbedingt gewollt. Er habe das Engagement sogar erwartet. Glaeseker habe bei der Sponsorensuche für die Partys einzig auf Wulffs Wunsch gehandelt.

Auch der damalige Chef der Staatskanzlei, Lothar Hagebölling, hatte vor knapp zwei Wochen bei seiner Vernehmung vor Gericht erklärt, Wulff habe die Staatskanzlei "unausgesprochen" mit seinen hohen Erwartungen unter Druck gesetzt.

Zeugin: Hauptverantwortung lag bei Lothar Hagebölling

Dem Ländertreff zwischen Niedersachsen und Baden-Württemberg sei sowohl für das Land als auch für den Ministerpräsidenten Wulff enorm große Bedeutung beigemessen worden. Die Mitarbeiter der Staatskanzlei seien davon ausgegangen, dass die Promi-Treffen Veranstaltungen des Landes gewesen seien.

"Es war der Event des Ministerpräsidenten, also der ganzen Staatskanzlei", betonte die Zeugin. Sie sei deswegen davon ausgegangen, dass die Hauptverantwortung für das Gelingen nicht bei Glaeseker gelegen habe, sondern bei Lothar Hagebölling, dem damaligen Chef der Staatskanzlei.

Vergleich mit Vorgänger Gerhard Schröder

Dass Glaeseker ohne Wulffs Wissen Sponsoren geworben haben könnte, könne sie sich nicht vorstellen, sagte die Zeugin und beschrieb die Hierarchie in der Staatskanzlei: "Das war ganz klar ein Herr-Diener-Verhältnis. Herr Wulff war der Chef im Ring und Herr Glaeseker war Diener seines Herrn." Trotz eines engen Vertrauensverhältnisses zwischen Wulff und seinem Pressesprecher "war nicht daran zu rütteln, dass Herr Wulff das Sagen hatte."

Sie verglich das Verhältnis mit dem zwischen Wulffs Vorgänger Gerhard Schröder und dem damaligen Chef der Staatskanzlei, Frank-Walter Steinmeier (beide SPD). Anders als Wulff und Glaeseker seien sich die beiden auf Augenhöhe begegnet und Steinmeier hätte auch mal gesagt: "Mensch Gerd, was hast du da wieder gemacht", so die ehemalige Referatsleiterin. "Das wäre bei Herrn Wulff undenkbar gewesen."

Landesetat reichte nie aus

Bemerkenswert war aus Sicht der 62-Jährigen beim "Nord-Süd-Dialog", dass überschüssige, nicht genutzte Gelder nach der Veranstaltung nicht an die Sponsoren zurückgeflossen seien. Dies sei sonst bei eigenverantwortlich organisierten Veranstaltungen in der Staatskanzlei üblich gewesen.

Der mitangeklagte Party-Manager Manfred Schmidt soll mit den Promifeiern rund eine Million Euro Gewinn gemacht haben. Die Sponsorenwerbung selbst sei nicht ungewöhnlich gewesen, so die Zeugin. Dies sei üblich gewesen, da die Landesetats nie ausgereicht hätten.

"Kontrollfreak" Wulff

Die am neunten Prozesstag ebenfalls als Zeugin geladene ehemalige persönliche Referentin von Wulff in der Staatskanzlei konnte dies wegen fehlender Kenntnis nicht bestätigen. Die 42-Jährige betonte aber: "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass bei so einer wichtigen Frage Glaeseker ohne Wulffs Wissen gehandelt hat."

Inwiefern der "Kontrollfreak" Wulff auch selbst Sponsoren angesprochen habe, wusste die Frau, die nach wie vor in der Staatskanzlei tätig ist, nicht zu berichten. Der dritte am Dienstag geladene Zeuge, ein Ex-Mitarbeiter Schmidts, war zum Ärger der Kammer dagegen nicht erschienen. Er soll nun später vernommen werden.

Wulff als Zeuge geladen

Wulffs Ex-Sprecher steht seit Dezember wegen Bestechlichkeit vor Gericht. Der mitangeklagte Party-Manager Schmidt soll ihm für dessen Hilfe bei der Sponsorensuche Gratisreisen ermöglicht haben. Beide Männer streiten die Reisen nicht ab - begründen sie aber mit ihrer langjährigen Freundschaft.

Schon am nächsten Prozesstag, dem 10. Februar, ist Wulff selbst als Zeuge im Glaeseker-Prozess geladen.

Zu diesem Artikel können keine Kommentare abgegeben werden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Nichts für Warmduscher: coole Badezimmereinrichtungen
jetzt auf otto.de
Anzeige
Barclaycard Visa jetzt mit 25,- € Startguthaben
mehr Informationen
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019