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Die Welt blickt auf den Justizkrimi um Amanda Knox

Eine Chronologie  

Die Welt blickt auf den Justizkrimi um Amanda Knox

07.09.2015, 20:58 Uhr | t-online.de, AFP

Schuldig, unschuldig, schuldig - Amanda Knox und ihre mögliche Verwicklung in die Ermordung der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im italienischen Perugia erregt seit Jahren die Gemüter. Eine Chronologie:

2007

2. November: In einer Wohngemeinschaft im norditalienischen Perugia wird Kercher tot aufgefunden - halbnackt, mit durchschnittener Kehle und weiteren Stichwunden. Die Wohnung teilte sich Kercher mit Knox.

6. November: Die Polizei nimmt Knox, ihren damaligen italienischen Freund Raffaele Sollecito und den Barbesitzer Patrice Lumumba fest. Zuvor hatte Knox ausgesagt, sie sei während des Mordes im Haus gewesen. Knox beschuldigt Lumumba der Tat, zieht die Aussage aber später zurück.

20. November: In Deutschland wird der Ivorer Rudy Guede festgenommen. Er war aus Perugia geflohen, nachdem DNA-Tests ihn mit dem Mord in Verbindung gebracht hatten. Guede wird nach Italien ausgeliefert, Lumumba kommt auf freien Fuß.

2008

28. Oktober: Guede wird wegen Mordes und sexueller Misshandlung Kerchers zu 30 Jahren Haft verurteilt. Im Berufungsverfahren wird das Strafmaß im Dezember 2009 auf 16 Jahre gesenkt. Guede hatte zuvor Kerchers Familie um Verzeihung gebeten.

2009

16. Januar: Der erste Prozess gegen Knox und Sollecito beginnt in Perugia.

5. Dezember: Die Angeklagten werden schuldig gesprochen. Knox wird zu 26 Jahren Haft, Sollecito zu 25 Jahren verurteilt.

2010

24. November: Der Berufungsprozess gegen Knox und Sollecito beginnt in Perugia.

18. Dezember: Das Gericht ordnet eine Überprüfung des forensischen Beweismaterials an. Die DNA-Spuren an der mutmaßlichen Mordwaffe - einem Küchenmesser - und an Kerchers BH sollen neu untersucht werden.

2011

25. Juli: Unabhängige Experten äußern vor Gericht Zweifel an der Stichhaltigkeit der DNA-Proben. Die DNA sei vermutlich wegen schlampiger Arbeit der Polizei verunreinigt gewesen. So seien schmutzige Handschuhe verwendet worden, außerdem seien noch Monate nach der Tat Beweise gesammelt worden.

3. Oktober: Knox und Sollecito werden vom Berufungsgericht nach knapp vier Jahren Haft freigesprochen. Die US-Studentin kehrt umgehend in ihre Heimat zurück.

2012

14. Februar: Italienische Staatsanwälte legen Berufung gegen den Freispruch ein. Sie sehen im Berufungsverfahren Widersprüche und Unstimmigkeiten.

2013

26. März: Das oberste italienische Berufungsgericht in Rom kassiert den Freispruch und ordnet ein neues Verfahren in Florenz an. Der Berufungsrichter habe eine "seltene Mischung aus Gesetzesverstößen und Unlogik" an den Tag gelegt und sei "vom Weg abgekommen".

20. September: Der neue Prozess beginnt in Florenz. Knox bleibt in den USA.

26. November: Die Staatsanwaltschaft sagt, die Berufungsinstanz habe Beweiselemente "isoliert" betrachtet, anstatt auf das gesamte Bild zu schauen. Die Anklage fordert 30 Jahre Haft für Knox und 26 Jahre für Sollecito.

2014

30. Januar: Das Gericht in Florenz verkündet das neue Urteil: Knox und Sollecito werden beide des Mordes schuldig befunden. Die US-Studentin soll 28 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, ihr Ex-Freund 25 Jahre. Die Verteidiger der beiden Verurteilten kündigen umgehend Berufung an. Knox zeigt sich in einer ersten Reaktion "erschrocken und betrübt über dieses ungerechte Urteil".

31. Januar: Sollecito wird in der Nacht nach dem Schuldspruch unweit der Grenze zu Slowenien und Österreich aufgegriffen. Der Italiener wird nicht verhaftet, weil das neue Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die Polizei informiert den Ex-Freund von Knox über das Ausreiseverbot wegen Fluchtgefahr und zieht seinen Pass ein.

2015

27. März: Der Oberste Gerichtshof Italiens spricht Knox und Sollecito von den gegen sie erhobenen Mordvorwürfen frei und hebt die verhängten Haftstrafen auf.

7. September: Das oberste italienische Gericht begründet den Freispruch im Mordprozess gegen die frühere US-Studentin Amanda Knox mit schlampigen Ermittlungen.

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