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Prozessauftakt in Regensburg: Gustl Mollath attackiert Psychiater

Prozessauftakt in Regensburg  

Mollath attackiert psychiatrischen Gutachter

07.07.2014, 16:23 Uhr | dpa

Prozessauftakt in Regensburg: Gustl Mollath attackiert Psychiater . Gustl Mollath vor dem Landgericht Regensburg: Der Angeklagte stellte gleich zu Beginn des Verfahrens gegen ihn Forderungen auf (Quelle: dpa)

Gustl Mollath vor dem Landgericht Regensburg: Der Angeklagte stellte gleich zu Beginn des Verfahrens gegen ihn Forderungen auf (Quelle: dpa)

Vor dem Landgericht in Regensburg hat das Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath begonnen. Zum Prozessauftakt ging der Angeklagte einen anwesenden Psychiater hart an und verlangte, dieser müsse den Gerichtssaal verlassen, da er in dessen Beisein unter Beklemmungen und Angstzuständen leide.

Der 57 Jahre alte Mollath meldete sich am Montag gleich zu Beginn des ersten Verhandlungstages zu Wort: "Von mir gibt es kein Einverständnis zu den Sachverständigen." Gemeint war Professor Norbert Nedopil, der vom Gericht als psychiatrischer Gutachter bestellt worden war.

Mollath sagte, er wolle sich frank und frei verteidigen: "Das kann ich aber nicht, wenn Herr Nedopil als Damoklesschwert über mir schwebt."

"Mein Mandant hat seit zehn Jahren mit Psychiatern zu tun und wurde einmal unter Zwang begutachtet", so Strate. Das Ergebnis sei die siebenjährige Unterbringung in der Psychiatrie gewesen.

Psychiater bleibt im Saal

Mollaths Antrag, den psychologischen Sachverständigen Nedopil aus dem Gerichtssaal zu weisen, scheiterte jedoch: Die Strafprozessordnung sehe die Anwesenheit des Gutachters vor. "Das Gericht muss sich mit der Frage der Schuldfähigkeit und der Gefährlichkeit des Angeklagten befassen", sagte der Staatsanwalt.

Dem folgte auch das Landgericht und wies den Antrag der Verteidigung zurück: Nedopil blieb im Gerichtssaal.

Mollaths Frau kam nicht

Der Ausgang des Verfahrens gegen Mollath gilt als offen: Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung. Mollaths Ex-Frau, die als Nebenklägerin am Prozess beteiligt ist, erschien nicht.

Im ersten Verfahren hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth 2006 festgestellt, dass Mollath seine inzwischen von ihm geschiedene Frau 2001 körperlich misshandelt und Autoreifen zerstochen hatte.

Weil die Gutachter den Nürnberger jedoch wegen seiner angeblichen Wahnvorstellungen als gemeingefährlich einstuften, sprach das Gericht Mollath wegen Schuldunfähigkeit frei und wies ihn stattdessen in die Psychiatrie ein. Erst im vergangenen August kam er nach sieben Jahren frei.

Das Landgericht Regensburg hat für den Prozess 17 Verhandlungstage angesetzt und 44 Zeugen geladen. Darunter sind auch Richter, Staatsanwälte und Gutachter aus vorherigen Prozessen und Ermittlungsverfahren.

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