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Gutachten im Mollath-Prozess: Keine Beweise für Misshandlungen

Gutachten im Mollath-Prozess  

Keine Beweise für Misshandlungen

18.07.2014, 16:03 Uhr | dpa, t-online.de

Gutachten im Mollath-Prozess: Keine Beweise für Misshandlungen. Gustl Mollath erzielt einen Teilerfolg im Wiederaufnahmeverfahren. (Quelle: imago images/Future Image)

Gustl Mollath erzielt einen Teilerfolg im Wiederaufnahmeverfahren. (Quelle: Future Image/imago images)

Der aus der Psychiatrie entlassene Nürnberger Gustl Mollath hat einen ersten Erfolg in seinem Wiederaufnahmeverfahren erzielt. Die Prügelvorwürfe seiner Exfrau lassen sich medizinisch heute nicht mehr nachweisen.

"Es kann so gewesen sein, beweisen lässt es sich aber nicht", sagte der Gutachter Professor Wolfgang Eisenmenger vor dem Landgericht Regensburg. Es bestehe kein Zweifel, dass das Opfer erheblicher stumpfer Gewalt ausgesetzt gewesen sei. Aber ein direkter Zusammenhang mit Misshandlungen lasse sich heute nicht nachweisen.

Mangelhafte Dokumentation durch den Hausarzt

Der Gutachter bemängelte das Attest aus dem Jahr 2001 von Frau Mollaths Hausarzt: "Das Attest enthält eine Reihe von Defiziten, der Arzt hat die Standards, die man vor einem Attest erwartet, nicht eingehalten." Der Hausarzt habe die Farbe festgestellter Hämatome und Würgemale nicht näher beschrieben und auch keine Fotos der Verletzungen gemacht. Dies sei allerdings häufig so, weil viele Hausärzte nicht wüssten, was ein Rechtsmediziner vor Gericht später brauche, erklärte Eisenmenger.

Der 57-jährige Mollath muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Er soll 2001 seine Frau misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben, um sich an Menschen zu rächen, die an der Scheidung von seiner Frau beteiligt waren oder sich irgendwie gegen ihn gewandt hatten.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Mollath 2006 wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall hatte eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst.

Unstimmigkeiten im Attest

Der Rechtsmediziner erklärte, zwischen den Angaben im Attest, dem Inhalt der Krankenakte und den Schilderungen des Opfers gebe es Unterschiede. Mollaths Ex-Frau hatte in Vernehmungen von 20 Faustschlägen gesprochen, im Attest seien jedoch Schläge mit der flachen Hand dokumentiert. Bei Schlägen mit der flachen Hand seien aber streifenförmige Rötungen zu erwarten und nicht, wie im Attest beschrieben, rundliche Hämatome, erklärte der Professor.

Die Verteidigung bewertete das neue Gutachten als Erfolg. "Wir sind auf der Siegerstraße. Es wird immer etwas bleiben, aber nichts strafrechtlich Relevantes", sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate. Durch die Wiederaufnahme seines Prozesses erhofft sich Mollath eine vollständige Rehabilitation.

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