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Odenwaldschule: Missbrauchsopfer klagen gegen WDR-Film

Persönlichkeitsrechte verletzt?  

Odenwaldschüler klagen gegen WDR-Film

28.09.2014, 14:36 Uhr | dpa, t-online.de

Odenwaldschule: Missbrauchsopfer klagen gegen WDR-Film. Die Odenwaldschule kommt nicht aus den Schlagzeilen (Quelle: dpa)

Die Odenwaldschule kommt nicht aus den Schlagzeilen (Quelle: dpa)

Der Missbrauchsskandal um die Heppenheimer Odenwaldschule soll am Mittwoch in der ARD ausgestrahlt werden. Jetzt hat ein ehemalige Schüler der Odenwaldschule, Andreas Huckele, rechtliche Schritte gegen den WDR eingeleitet. Notfalls erwägt er sogar ein gerichtliches Verbot des Films "Die Auserwählten" mit Ulrich Tukur. Das berichtet der "Spiegel". Der WDR verteidigte seine Darstellung.

Grund: Huckele, der vom ehemaligen Schulleiter Gerold Becker sexuell missbraucht worden ist, erkennt sich in der Verfilmung, die er vorab sehen durfte, wieder. So sieht etwa der Schauspieler Huckele in Kinderjahren frappierend ähnlich, zudem kommen zahlreiche Missbrauchsszenen im Film vor, die Huckele selbst erlebt und in einem Buch beschrieben hat.

Persönlichkeitsrechte "aufs Schwerste verletzt"

Huckeles Anwalt Christian Schertz sagt, dass dies die Persönlichkeitsrechte von Huckele "aufs Schwerste" verletze. Die Beweislage sei "derart erdrückend“, dass der zuständige WDR-Intendant Tom Buhrow eine Lösung herbeiführen müsse.

Auch ein anderer ehemaliger Schüler, Till Boße, hat rechtliche Schritte gegen den WDR eingeleitet. Er sieht ebenfalls Parallelen zu seiner Person. In Wirklichkeit ist er, anders im Film dargestellt, nicht missbraucht worden.

WDR: "Wertvoller Beitrag für den Umgang mit der Vergangenheit"

Der WDR bestätigte den Eingang eines anwaltlichen Schreibens, in dem es um die Persönlichkeitsrechte von zwei Ex-Schülern gehe. Das Schreiben werde juristisch geprüft. Der Sender verwies am Sonntag darauf, dass der Film eine «rein fiktive Aufarbeitung des Stoffs» sei.

Mehrere Betroffene hätten den Film "als wertvollen Beitrag für den Umgang mit der Vergangenheit an der Odenwaldschule" bezeichnet. Es werde kein Schüler personalisiert und kein Übergriff gezeigt, sagte eine Sprecherin.

Die Odenwaldschule war 2010 in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass in dem Internat jahrzehntelang über 100 Schüler sexuell missbraucht worden waren.

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