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Gsell-Prozess: Autoschieber widerruft überraschende sein Geständnis

Mordfall Gsell  

Autoschieber widerruft überraschend sein Geständnis

08.10.2014, 18:37 Uhr | dpa

Gsell-Prozess: Autoschieber widerruft überraschende sein Geständnis . Franz Gsell und seine Witwe Tatjana Gsell - im Januar 2003 war die Leiche des Schönheitschirurgen gefunden worden.  (Quelle: dpa)

Franz Gsell und seine Witwe Tatjana Gsell - im Januar 2003 war die Leiche des Schönheitschirurgen gefunden worden. (Quelle: dpa)

Überraschung im Prozess um den mysteriösen Tod des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell: Ein verurteilter Autoschieber sagte vor dem Nürnberger Landgericht aus, sein damaliges Geständnis sei frei erfunden gewesen.

Er sei am 5. Januar 2003 nicht einmal in Nürnberg gewesen, sagte der heute 44-Jährige. Das war der Tag, an dem Gsell überfallen und tödlich verletzt wurde.

Wegen versuchtem Versicherungsbetrug verurteilt

Laut dem damaligen Gerichtsurteil sollten die Autoschieber die Limousine der Gsells ins Ausland bringen und das Paar dafür die Versicherungssumme kassieren. Bei der Übergabe sei es dann zu einem handfesten Streit gekommen, bei dem Gsell tödlich verletzt wurde. Eine Mitschuld am Tod des Arztes konnte keinem der damals Angeklagten jemals nachgewiesen werden.

Der Autoschieber und ein Komplize wurden 2005 zu mehrjähriger Haft verurteilt. Auch Gsells damalige Frau und ein Staatsanwalt wurden damals unter anderem wegen versuchten Versicherungsbetrugs verurteilt.

Deal für geringere Haftstrafe

Aus Angst, wegen Raubes mit Todesfolge eine lange Haftstrafe zu bekommen, habe er sich auf einen Deal eingelassen, sagte der 44-Jährige: Strafnachlass gegen Geständnis. Andere Autoschiebereien habe er auch tatsächlich begangen. Eine Tat mehr sei da nicht ins Gewicht gefallen.

Sollten die jetzigen Aussagen des 44-Jährigen stimmen, wären die früheren Urteile im Fall Gsell alle falsch gewesen. Dann hätte es damals gar keine versuchte Autoschieberei gegeben, sondern nur die Bluttat.

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