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Interpol setzt Janukowitsch auf internationale Fahndungsliste

Lehnt Russland Auslieferung ab?  

Interpol setzt Janukowitsch auf Fahndungsliste

12.01.2015, 19:01 Uhr | rtr

Interpol setzt Janukowitsch auf internationale Fahndungsliste. Interpol hat den ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch auf die Fahndungsliste der internationalen Polizeiorganisation gesetzt. (Quelle: dpa)

Unter Schutz Russlands? Der Ex-Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch. (Quelle: dpa)

Interpol hat den ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch auf Antrag der prowestlichen Führung in Kiew auf die Fahndungsliste der internationalen Polizeiorganisation gesetzt. Dem 64-Jährigen werden Veruntreuung und finanzielles Fehlverhalten vorgeworfen, wie aus dem Fahndungsaufruf hervorgeht. Ein Land könnte bei einer Auslieferung nicht mitspielen.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Quelle bei der Moskauer Staatsanwaltschaft, Russland werde höchstwahrscheinlich eine Auslieferung ablehnen. Bisher sei dort keinen Antrag auf Auslieferung eingegangen.

Russland stellt sich an Janukowitschs Seite

Janukowitsch soll sich in Russland aufhalten, wohin er sich im vergangenen Februar nach monatelangen Straßenprotesten gegen sein Regime in Kiew abgesetzt hatte. Er hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Russland erklärte nach seiner Flucht, Janukowitsch sei das Opfer eines faschistischen Staatsstreichs.

Staaten können Flüchtigen ausliefern

Die Aufnahme in die Interpol-Liste berechtige zu Janukowitsch' Auslieferung an die Ukraine, egal in welchem Land er in Gewahrsam genommen werde, erklärten die prowestlichen ukrainischen Behörden. Sie beschuldigen den Ex-Präsidenten, sich gemeinsam mit Verwandten und Vertrauten auf Kosten der Staatskasse und durch korrupte Geschäfte bereichert zu haben.

Die Proteste hatten sich unter anderem gegen Janukowitsch' prorussischen Kurs gerichtet. Nach seinem Sturz annektierte Russland die Halbinsel Krim. Im Osten der Ukraine brach ein Aufstand prorussischer Separatisten aus, der immer noch anhält. Mehr als 4700 Menschen wurden getötet. Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind so schlecht wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

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