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China will wahren Täter hinrichten: 19 Jahre nach Fehlurteil

Erster Verurteilter starb unschuldig  

19 Jahre nach Fehlurteil - China will wahren Täter hinrichten

09.02.2015, 14:29 Uhr | AFP

China will wahren Täter hinrichten: 19 Jahre nach Fehlurteil. Der 42-jährige Zhao Zhihong hatte die Tat bereits vor zehn Jahren gestanden. (Quelle: dpa)

Der 42-jährige Zhao Zhihong hatte die Tat bereits vor zehn Jahren gestanden. (Quelle: dpa)

Im Jahr 1996 wurde der 18-jährige Mongole Hugjiltu wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet. Fast zwei Jahrzehnte später ist in China jetzt der wirkliche Täter zum Tode verurteilt worden. Der 42-jährige Zhao Zhihong hatte die Tat schon vor Jahren gestanden, die Behörden reagierten aber erst kürzlich darauf.

Kurz nach der Ermordung der Arbeiterin in der Toilette einer Textilfabrik in Hohhot war Hugjiltu festgenommen worden. Nach einem 48-stündigen Verhör räumte er die Tat ein, knapp zwei Monate später wurde er hingerichtet. Hugjiltus Eltern protestierten von Beginn an gegen die Verurteilung und Hinrichtung ihres Sohnes, doch stießen sie stets auf taube Ohren.

Es ist einer der höchst seltenen Fälle, in denen die von der Kommunistischen Partei kontrollierten Gerichte in China Fehler eingestehen. Die Justiz reagierte allerdings erst nach langem Zögern, obwohl der nun verurteilte wahre Täter die Tat bereits vor zehn Jahren gestanden hatte.

Das Gericht in Hohhot sprach Hugjiltu im Dezember posthum von allen Vorwürfen frei, seinen Eltern wurde eine Entschädigung von umgerechnet 265.000 Euro zugesagt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Falsche Geständnisse an der Tagesordnung

Zhao war im Jahr 2005 verhaftet worden. Er gab an, mehr als ein Dutzend Frauen vergewaltigt und ermordet zu haben, darunter auch die Textilarbeiterin. Dennoch dauerte es Jahre, bis der Fall der Arbeiterin neu aufgerollt wurde.

In China gibt es nur selten Freisprüche, im Jahr 2013 wurden fast hundert Prozent der Angeklagten verurteilt. Falsche, erzwungene Geständnisse sind an der Tagesordnung. Das Land richtet zudem mehr Menschen hin als alle anderen Länder zusammen, auch wenn die Zahl insgesamt zurückgeht. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsgruppe Dui Hua wurden 2013 in der Volksrepublik rund 2400 Menschen hingerichtet.

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