Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Helmut Kohl siegt vor Gericht gegen Ex-Biografen Heribert Schwan

"Die Kohl-Protokolle"  

Helmut Kohl gewinnt vor Gericht gegen Ex-Ghostwriter

05.05.2015, 18:04 Uhr | AFP, dpa

Helmut Kohl siegt vor Gericht gegen Ex-Biografen Heribert Schwan. Das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" enthält mehrere Äußerungen des Altkanzlers, die dieser laut eigener Aussage nicht freigegeben hat. (Quelle: dpa)

Das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" enthält mehrere Äußerungen des Altkanzlers, die dieser laut eigener Aussage nicht freigegeben hat. (Quelle: dpa)

Altkanzler Helmut Kohl hat den Rechtsstreit um das Buch seines Ex-Biografen Heribert Schwan gewonnen. Der Bestsellers "Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle" mit offenherzigen Zitaten Kohls über andere Politiker bleibt verboten. Für die Autoren und den Verlag könnte es teuer werden.

Das Buch mit nicht freigegebenen Kohl-Äußerungen war unrechtmäßig und darf nicht mehr ausgeliefert werden. Das hat das Oberlandesgericht Köln in zweiter Instanz bestätigt. Da es um ein einstweiliges Verfügungsverfahren ging, ist keine Berufung gegen die Entscheidung möglich. Kohls Anwälte kündigten an, den Heyne-Verlag und die beiden Autoren Heribert Schwan und Tilman Jens nun auf Entschädigung in Millionenhöhe verklagen zu wollen.

Während das Landgericht Köln in erster Instanz nur die Mehrzahl der Zitate verboten hatte, ging das Oberlandesgericht nun noch weiter und verbot sämtliche der von Kohl im Berufungsverfahren beanstandeten Passagen. Darunter waren Äußerungen über die Politiker Christian Wulff, Richard von Weizsäcker, Klaus Töpfer und Palästinenserführer Jassir Arafat. Über Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Kohl beispielsweise, sie habe anfangs nicht mit Messer und Gabel essen können.

Schwan: Lasse mir nicht "das Maul verbieten"

Schwan äußerte sich nach der Entscheidung empört. "Es ist lächerlich", sagte er. "Dieses Gericht hat keine Ahnung." Er werde sich von niemandem "das Maul verbieten" lassen.

Die Veröffentlichung der Zitate stellt nach Auffassung des Gerichts einen unrechtmäßigen Vertrauensbruch dar. Es habe zwischen Kohl und Schwan eine "stillschweigende Geheimhaltungsvereinbarung" bestanden. Schwan hatte zuvor betont, es habe keine Verschwiegenheitspflicht gegeben.

Die Äußerungen stammen aus Gesprächen, die Kohl vor mehr als zehn Jahren mit Schwan geführt hat. Diese Zitate hatte der heute 85 Jahre alte Kohl nach eigenen Angaben aber nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Auf der Grundlage dieser Gespräche schrieb der Journalist in Kohls Auftrag als Ghostwriter dessen Memoiren. Bevor der vierte und letzte Band erscheinen konnte, zerstritten sich die beiden.

Schwan veröffentlichte daraufhin im vergangenen Jahr zusammen mit Jens das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" - inklusive der strittigen Zitate. Das Buch war im vergangenen Jahr ein Bestseller.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal