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Rabbiner filmte jahrelang heimlich Frauen beim Baden

Sechseinhalb Jahre Haft  

Rabbiner filmte jahrelang heimlich Frauen beim Baden

16.05.2015, 10:21 Uhr | AP

Ein orthodoxer US-Rabbiner muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er jahrelang heimlich entblößte Frauen in einem Badehaus filmte. Die Machenschaften von Bernard Freundel seien "abscheulich" und kämen Machtmissbrauch gleich, befand Richter Geoffrey Alprin bei der Urteilsverkündung in Washington.

Mehr als ein Dutzend der rund 150 Opfer des Rabbiners hatten zuvor vor Gericht von ihren emotionalen Traumata seit Bekanntwerden des Falls berichtet. Die betroffenen Frauen schilderten ihre Depressionen und Alpträume, die sie durchlitten. Sie vermeide es inzwischen, ihre Hochzeitsfotos anzuschauen, weil Freundel ihre Trauung vorgenommen habe, sagte eine von ihnen. Einige erklärten, sie hätten nun wegen dem Rabbiner Angst vor Umkleidekabinen.

Rabbiner filmte Frauen mit drei Kameras

Freundel hatte sich als Teil eines Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft schuldig bekannt. Er habe zwischen 2009 und 2014 im Geheimen Videoaufnahmen von Frauen in Duschen und Umkleidekabinen eines Tauchbades, das im Judentum zur rituellen Reinigung dient. Den Bau der Anlage in Washington hatte der 63-Jährige selbst initiiert.

Laut Staatsanwaltschaft versteckte Freundel die Aufnahmegeräte in Radioweckern, einem Ventilator und einem Taschentuchbehälter. In einigen Fällen habe er bis zu drei Kameras benutzt, um die Frauen aus verschiedenen Winkeln zu filmen. Seine Aufnahmen zeigten, wie sich seine Opfer umzogen, zur Toilette gingen und in und aus der Dusche stiegen.

Schließlich wurde eine der Kameras entdeckt und Freundel im Oktober 2014 festgenommen. Kurz darauf wurde er als Vorsteher der Kesher-Israel-Synagoge entlassen. Dort war er 25 Jahre lang tätig gewesen. An ihn hatten sich vor allem Menschen gewandt, die zum orthodoxen Judaismus übertreten wollten.

Ursprünglich 17 Jahre Haft gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sogar 17 Jahre Haft für Freundel gefordert. Aufgrund des Verjährungsrechts konnte er aber nicht für jede Aufnahme verurteilt werden. Der Rabbiner bekannte sich letztlich in 52 Fällen des Voyeurismus schuldig, für die er vom Richter zu jeweils 45 Tagen Haft verurteilt wurde. Freundels Anwalt bezeichnete die Strafe für seinen Mandaten als "harsch" und kündigte an, in Berufung zu gehen.

Freundel zeigte sich vor dem Richter reumütig. Ihn ekelten seine Taten an. Seine Festnahme habe ihn erleichtert. So habe er mithilfe einer Therapie sein Verhalten zu ergründen versucht. Seine Aktionen führe er zum Teil auf "Erniedrigungen" in seiner Kindheit zurück, schilderte Freundel. "Ich weiß, dass ich eine Phobie rund um einen Ort geschaffen habe, der heilig sein sollte. Und das macht mich krank."

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