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Tugce starb an einer Hirnblutung

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Todesursache geklärt  

Tugce starb an einer Hirnblutung

03.06.2015, 21:02 Uhr | dpa, t-online.de

Tugce starb an einer Hirnblutung . Studentin Tugce starb an ihrem 23. Geburtstag. (Quelle: dpa)

Studentin Tugce starb an ihrem 23. Geburtstag. (Quelle: dpa)

Die Studentin Tugce ist nach Angaben eines Rechtsmediziners an einer Hirnblutung gestorben, die durch den harten Aufschlag ihres Kopfes auf den Boden ausgelöst wurde. Auch eine rasche Operation hätte die 22-Jährige nicht retten können, sagte der Gutachter Marcel Verhoff, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Uni-Klinik Frankfurt, vor dem Landgericht Darmstadt.

Der angeklagte Sanel M. hatte in dem Prozess zugegeben, der jungen Frau im November 2014 vor einem Schnellrestaurant in Offenbach eine Ohrfeige gegeben zu haben, so dass sie stürzte, mit dem Kopf aufschlug und später starb. Der Experte sagte dazu, eine Ohrfeige könne einen kurzen Blackout ausgelöst haben, so dass Tugce möglicherweise ohne Abwehrreaktion hingefallen sei. "Grundsätzlich ist eine Ohrfeige dazu in der Lage, wenn sie fest geschlagen ist", sagte Verhoff.

Der "Focus" zitiert einen Anästhesisten des Klinikums Offenbach, in das Tugce nach den dramatischen Ereignissen vor dem Schnellimbiss eingeliefert worden war. Demnach hätten die Ärzte bei der jungen Frau ein großes Hämatom über dem rechten Ohr sowie starke Blutungen im Kopfbereich darunter festgestellt. Auch am linken Ohr sei Blut gefunden worden.

Urteil könnte schon bald fallen

Unterdessen steuert der Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin auf sein Ende zu: Übernächste Woche soll das Urteil fallen. Der Vorsitzende Richter Jens Aßling schloss die Beweisaufnahme zwar noch nicht. Da aber nichts mehr offen sei, solle beim nächsten Termin am 12. Juni plädiert werden.

Das Urteil könnte dann am 16. Juni folgen.

Jugendlicher oder Erwachsener?

Für das Urteil ist besonders wichtig, ob das Gericht bei dem 18-jährigen Angeklagten Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet. Bei Heranwachsenden steht der erzieherische Aspekt bei einem Urteil im Vordergrund, es geht nicht um eine Bestrafung. Um Jugendstrafrecht anwenden zu können, muss das Gericht bei dem Jugendlichen "schädliche Neigungen" feststellen - also Zahl und Art früherer Straftaten.

Zur Klärung dieser Frage verlas die Kammer mehrere Urteile des Amtsgerichts Offenbach aus den zurückliegenden Jahren, in denen Sanel M. strafrechtlich in Erscheinung getreten war, die Richter in den zurückliegenden Fällen aber immer wieder auf eine Besserung hofften. Der Jugendliche erhielt Verwarnungen, Jugendarrest und musste soziale Arbeit leisten. Unter anderem hatte Sanel M. einem Jungen unvermittelt ein erhitztes Feuerzeug in den Nacken gedrückt. Außerdem brach er mit Freunden einen Kiosk auf und nahm anderen Handys ab.

Jugendamt verkneift sich Einschätzung

Ein Mitarbeiter des Jugendamtes Offenbach berichtete vom schulischen Werdegang des Angeklagten und schwierigen Verhältnissen in seinem Elternhaus. Sanel M. sei vom Vater geschlagen worden. Die Eltern hätten sich Rat geholt, weil der Sohn Probleme gemacht habe. Lehrern gegenüber sei er respektlos gewesen.

Zur Überraschung der Kammer wollte der Mitarbeiter keine Einschätzung abgeben, ob Sanel M. in seiner Entwicklung eher als Erwachsener oder als Jugendlicher zu sehen sei. Der Vertreter des Jugendamtes riet zu einer Therapie. Sanel M. habe Probleme, die Folgen von Gewalt einzuschätzen: "Ich denke, dass er die Opfer-Perspektive nicht besonders gut einnehmen kann."

Wenn Sanel M. nach Jugendstrafrecht verurteilt werden würde, wäre eine Bewährungsstrafe möglich.

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