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Unschuldig im Knast: Jonathan Fleming erhält 6,25 Millionen

Unschuldig hinter Gittern  

Millionenentschädigung für 25 Jahre Knast

24.06.2015, 11:04 Uhr | t-online.de, AFP

Unschuldig im Knast: Jonathan Fleming erhält 6,25 Millionen. Jonathan Fleming, (Quelle: AP/dpa)

Jonathan Fleming, (Quelle: AP/dpa)

25 Jahre saß Jonathan Fleming hinter Gittern - unschuldig, wie auch alle Indizien belegten. Jetzt hat die Stadt New York dem US-Amerikaner 6,25 Millionen Dollar (5,55 Millionen Euro) Haftentschädigung zugesprochen.

"Herr Fleming hat fast sein halbes Leben hinter Gittern verbracht, obwohl die damals verfügbaren Beweise zeigten, dass er die Tat nicht hatte begehen können", erklärte der Rechnungsprüfer der Stadt, Scott Stringer.

Fleming kam im April 2014 auf freien Fuß, nachdem das Mordurteil gegen ihn aufgehoben worden war. "Wir können ihm die Zeit, die er im Gefängnis verbrachte, nicht zurückgeben", so Stringer. "Aber die Stadt New York kann Fleming diese Entschädigung anbieten für die Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren ist."

Zur Tatzeit 1600 km entfernt

Der 53-Jährige war 1989 schuldig gesprochen worden, in New York einen Bekannten erschossen zu haben, obwohl er sich mit seiner Familie 1600 Kilometer weiter südlich im US-Bundesstaat Florida aufhielt. Laut einer Hotelquittung hatte er vier Stunden vor der Tat ein Zimmer in Orlando bezogen.

Die Entschädigungszahlung werde Fleming und seiner Familie helfen, sich ein neues Leben aufzubauen, teilten seine Anwälte mit. Das Gefängnis habe ihr Mandant mit nur 93 Dollar in der Tasche verlassen. Er musste von Hotel zu Hotel ziehen oder kam bei Freunden und Angehörigen unter, während er nach Arbeit suchte.

"Ich habe das Gefühl, dass ich eine Entschädigung verdient habe", sagte Fleming im vergangenen Jahr in einem Interview der britischen Zeitung "The Guardian". Als er die Nachricht von seiner Freilassung erhielt, saß Fleming nach eigenen Angaben auf dem Bett in seiner Zelle und weinte zehn Minuten lang.

Viele Fälle neu aufgerollt

Flemings Fall ist einer von dutzenden Prozessen, die derzeit von einer Expertengruppe unter Leitung eines Juraprofessors der renommierten Harvard-Universität erneut unter die Lupe genommen werden. Mehrere der zu untersuchenden Urteile gingen auf Fälle zurück, in denen der Kriminalbeamte Louis Scarcella die Ermittlungen leitete. Der inzwischen pensionierte Polizist wird verdächtigt, illegale Verhörmethoden eingesetzt zu haben.

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