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Jan Ullrich droht doch wieder Haftstrafe: Gericht lehnt Deal ab

Gericht dementiert  

Kein Deal im Ullrich-Verfahren

21.07.2015, 18:32 Uhr | sid, dpa

Jan Ullrich droht doch wieder Haftstrafe: Gericht lehnt Deal ab. Muss er in den Knast? Ex-Radprofi Jan Ullrich. (Quelle: dpa)

Muss er in den Knast? Ex-Radprofi Jan Ullrich. (Quelle: dpa)

Muss Jan Ullrich doch ins Gefängnis? Im Verfahren um den Alkohol-Unfall des Ex-Radprofis hat ein Schweizer Gericht ein zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung abgestimmtes Strafmaß abgelehnt.

Damit droht Ullrich überraschend doch wieder eine Haftstrafe. Die vorgelegte Anklageschrift werde nicht genehmigt und zur Überprüfung an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen, erklärte das Bezirksgericht in Weinfelden.

Ullrich, der sich zuvor vor Gericht reumütig gegeben hatte, reagierte auf den überraschenden Verlauf das Sitzungstages mit Unverständnis: "Ich bin enttäuscht."

Die Staatsanwaltschaft hatte eine 18-monatige Haftstrafe verlangt, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Wann es zu einer weiteren Verhandlung und zur Urteilsfindung kommt, ist noch unklar.

Obwohl niemand verletzt wurde, kann die Straftat nach Schweizer Verkehrsrecht mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden. Laut Anklage war Ullrich am 19. Mai 2014 mit 1,8 Promille an einer Kreuzung in Mattwil südlich des Bodensees auf zwei andere Autos aufgefahren. Er habe sich der Kreuzung mit 139 Stundenkilometern genähert. Erlaubt war auf der Straße Tempo 80. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Der Sachschaden wurde von der Anklage auf 69 500 Franken beziffert (66 260 Euro).

Ist Ullrich als "Raser" einzustufen?

Der Präsident des Bezirksgerichts in Weinfelden, Pascal Schmid, warf der Staatsanwaltschaft am Dienstag erhebliche Nachlässigkeit vor. So seien Gutachten, wonach Ullrich bei dem Unfall am 19. Mai 2014 "nur" 139 Stundenkilometer - bei erlaubtem Tempo 80 - fuhr, nicht glaubwürdig.

Andere Gutachten würden von 143 km/h ausgehen. Sie seien jedoch von der Staatsanwaltschaft nicht ausreichend gewürdigt worden. Der Unterschied sei erheblich, sagte Schmid: Bei 143 Stundenkilometern sei Ullrich nämlich laut Schweizer Verkehrsrecht als "Raser" einzustufen und zwingend zu mindestens einem Jahr Gefängnis zu verurteilen. Hinzu komme die Fahruntüchtigkeit, die das Strafmaß noch weiter erhöhen könne.

Gerichtspräsident Schmid rügte auch scharf, dass die Staatsanwaltschaft eine bei Ullrich nach dem Unfall festgestellte Einnahme des Beruhigungsmittels Valium in Kombination mit dem Alkohol überhaupt nicht ausreichend berücksichtigt, sondern in der Anklageschrift verschwiegen habe.

Die Staatsanwaltschaft muss nun die Ermittlungen neu aufrollen und alle möglicherweise straferschwerenden Umständen neu gewichten.

An dieser Kreuzung im schweizerischen Mattwill verursachte Jan Ullrich alkoholisiert einen Unfall. (Quelle: dpa)An dieser Kreuzung im schweizerischen Mattwill verursachte Jan Ullrich alkoholisiert einen Unfall. (Quelle: dpa)

Ullrich gelobte Besserung

Ullrich hatte signalisiert, dass er ein Strafmaß von 18 Monaten nicht anfechten würde. Er hatte nach dem Unfall Reue bekundet, sich bei allen Betroffenen persönlich entschuldigt und Besserung gelobt. "Für den Rest meines Lebens habe ich mir vorgenommen: Wenn ich Auto fahre, gilt Promillegrenze 0,0", beteuerte der frühere Rad-Profi, der seit Jahren in der Schweiz lebt und als Radsport-Berater arbeitet.

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