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Florida richtet Vierfach-Mörder Jerry Correll hin

30 Jahre in Todeszelle  

Florida richtet Vierfach-Mörder hin

30.10.2015, 10:52 Uhr | AP

Im US-Bundesstaat Florida ist ein Mann hingerichtet worden, der für die Ermordung von vier Verwandten zum Tod verurteilt worden war. An seiner Schuld gibt es wohl keinen Zweifel, dennoch versuchten die Anwälte des 59-Jährigen bis zuletzt die Hinrichtung zu stoppen.

Jerry Correll wurde am Donnerstag um 19.36 Uhr (Ortszeit) nach einer Gift-Injektion für tot erklärt. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof seine letzten Gesuche um eine Aussetzung der Exekution abgewiesen. Correll war 1986 zum Tod verurteilt worden, weil er im Jahr zuvor seine frühere Ehefrau, deren gemeinsame fünfjährige Tochter, die Mutter seiner Ex-Frau und deren Schwester erstochen haben soll.

Seine Hinrichtung war zunächst für Februar geplant, jedoch ordnete ein Gericht die Aussetzung an. Corrells Verteidiger in Florida und Anwälte in einem Fall aus Oklahoma hatten Bedenken über das für den Giftmix verwendete Beruhigungsmittel Midazolam angemeldet. Es würde nicht ausreichen, um Correll außer Gefecht zu setzen, argumentierten sie mit Blick auf dessen früheren Alkoholmissbrauch und daraus resultierende Hirnschäden.

Letzter Klage-Marathon vergeblich

Corrells Fall wurde daraufhin an ein Gericht in Orlando verwiesen, das die Wirksamkeit von Midazolam bei dem 59-Jährigen prüfen sollte. Nach der Anhörung von Experten kam ein Richter zu dem Schluss, dass die Hinrichtung stattfinden könne. Das Oberste Gericht von Florida wies zudem Argumente ab, wonach Corrells jahrzehntelange Haft im Todestrakt einer grausamen und ungewöhnlichen Bestrafung gleichkäme.

Seine Anwälte beantragten beim Supreme Court der USA außerdem einen Exekutionsaufschub, bis das Gericht in einem anderen Fall entschieden habe, ob der Staat Florida Richtern zu viel Macht bei der Verhängung von Todesstrafen einräume. Doch das Gericht schmetterte Corrells Gesuch am Donnerstagabend ab.

Mord aus Eifersucht?

Im Juli 1985 waren Corrells kleine Tochter, seine Ex-Frau, deren Mutter und eine Schwägerin erstochen in einem Haus in Orlando entdeckt worden. Die Zeitung "Orlando Sentinel" berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, Correll sei eifersüchtig gewesen, weil seine ehemalige Gattin eine neue Beziehung eingegangen war. Nachdem er sie erstach, soll er sich an der Leiche vergangen haben.

Zunächst sagte Correll vor einem Ermittler aus, dass er am Abend der Morde nicht im Haus gewesen sei. Stattdessen habe er mit einer Frau, die ihn in den Vorort Kissimmee gefahren habe, Alkohol getrunken und Marihuana geraucht.

Doch Ermittlern zufolge wiesen Corrells Hände und Arme Kratzer, Schnittwunden und Quetschungen auf. Seine Finger- und Handabdrücke passten zudem zu jenen, die am Tatort gefunden wurden. Außerdem sollte er zu einem früheren Zeitpunkt Morddrohungen gegen seine Ex-Lebensgefährtin ausgesprochen haben.

Correll war der 22. Häftling in Florida, der unter dem seit 2011 amtierenden Gouverneur Rick Scott exekutiert wurde. Das ist die höchste Zahl von Exekutionen in der Amtszeit eines Gouverneurs, seit die Todesstrafe in dem Südstaat 1979 wieder eingeführt worden war.

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