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Amokschütze kommt in Psychiatrie

Urteil in Ansbach  

Amokschütze kommt in Psychiatrie

12.04.2016, 15:05 Uhr | dpa

Der Amokschütze aus Mittelfranken wird in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das entschied das Landgericht Ansbach.

Demnach hat der 48-Jährige im vergangenen Sommer in zwei Ortsteilen von Leutershausen bei Ansbach zuerst eine 82-jährige Frau und danach einen 72 Jahre alten Radfahrer erschossen. Danach fuhr er weiter und schoss noch auf eine Autofahrerin und auf einen Traktorfahrer.

Der Mann sah in seinen Opfern Werwölfe und Vampire. Die Forderung zu einem Psychiatrieaufenthalt auf unbestimmte Zeit kam von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Kein Mordmerkmal der Heimtücke

Der beschuldigte 48-Jährige habe die Taten aufgrund einer paranoiden Schizophrenie begangen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Neuhof in seinem Schlussvortrag vor dem Landgericht. Aufgrund seiner Krankheit sei er schuldunfähig.

Vom Vorwurf des zweifachen Mordes rückte der Ankläger in dem Sicherungsverfahren ab, denn das Mordmerkmal der Heimtücke sei wegen der psychischen Krankheit des Mannes nicht erfüllt. 

"Jeden Bezug zur Realität verloren"

Der Ankläger sagte, der Beschuldigte habe aufgrund seiner Krankheit und seines langjährigen Cannabis-Konsums "jeden Bezug zur Realität verloren". Es habe keinerlei Hinweise gegeben, dass die Taten in irgendeiner Weise geplant waren. Die Rentnerin und der Radfahrer seien Zufallsopfer gewesen. Die Unterbringung in der Psychiatrie solle zeitlich unbefristet sein, werde aber jährlich überprüft. Würde der Mann nicht eingewiesen, bestehe eine "sehr hohe Wahrscheinlichkeit für weitere ähnliche Taten", sagte Staatsanwalt Neuhof.

Vertreter der Nebenklage sahen in den Angriffen auf die Autofahrerin und den Traktorfahrer sehr wohl versuchten Mord. Außerdem forderten zwei Nebenklage-Vertreterinnen den Gesetzgeber zu strengeren Kontrollen von Waffenbesitzern auf. Diese müssten auf psychische Krankheiten sowie Drogen- und Alkoholabhängigkeit überprüft werden. Eine der Anwältinnen kritisierte, dass Sportschützen wie der 48-Jährige Waffen und Munition bei sich zu Hause aufbewahren dürfen.

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