Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Winnenden-Amoklauf: Vater von Tim K. scheitert mit Klage

Urteil zum Winnenden-Amoklauf  

Krankenhaus muss keine Entschädigung zahlen

26.04.2016, 13:36 Uhr | dpa

Winnenden-Amoklauf: Vater von Tim K. scheitert mit Klage. Hätten die Therapeuten des Amokläufers von Winnenden dessen Gefährlichkeit erkennen müssen? (Quelle: dpa)

Hätten die Therapeuten des Amokläufers von Winnenden dessen Gefährlichkeit erkennen müssen? (Quelle: dpa)

Der Vater des Amokläufers von Winnenden ist mit einer Klage gegen Ärzte seines Sohnes gescheitert. Ärzte und Therapeuten müssen keinen Schadenersatz für die Opfer der Bluttat von 2009 zahlen. Das erklärte das Landgericht Heilbronn und wies die Klage ab.

Die Experten der Psychiatrischen Klinik in Weinsberg hätten wenige Monate vor dem Amoklauf bei mehreren Treffen mit dem 17-Jährigen seine Gefahr erkennen und vor seinem Sohn warnen müssen, hatte der Vater argumentiert.

Ein Gutachter hielt bei der Verhandlung entgegen: Es gebe keine denkbare Diagnose, die eine solche Tat auch nur erahnen lasse.

Behandlungsfehler "nicht mitursächlich" für die Tat

Zwar seien damals Behandlungsfehler gemacht worden, urteilte das Gericht, diese seien aber nicht mitursächlich für die Amoktat. Auch bei fehlerfreiem Verhalten der Ärzte hätten sie die Gefahr, die von dem 17-Jährigen ausging, nicht erkennen müssen.

Der Vater hatte gefordert, dass die Ärzte und Therapeuten die Hälfte des Schadenersatzes übernehmen, den er an Opfer, Hinterbliebene, die Stadt Winnenden und die Unfallkasse Baden-Württemberg zahlen muss. Das Landgericht taxierte diese Summe auf vier Millionen Euro. 

Tötungsfantasien im Gespräch geäußert

Den Eltern des Amoktäters sei nach den vier Gesprächen im September 2008 eine umfassende Therapie des Jungen angeraten worden, argumentierte die Verteidigerin der Fachleute des Zentrums für Psychiatrie in Weinsberg. Diese Behandlung sei aber nie angetreten worden.

Im ersten Gespräch hatte der spätere Amokläufer einer Ärztin gegenüber von Tötungsfantasien gesprochen. Er habe Gedanken, "alle erschießen" zu können, steht in den Akten.

Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 an seiner ehemaligen Schule in Winnenden in Baden-Württemberg und auf der Flucht im nahe gelegenen Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Die Tatwaffe hatte sein Vater, ein Sportschütze, offen im Kleiderschrank liegen. Das Landgericht Stuttgart verurteilte ihn später wegen fünfzehnfacher fahrlässiger Tötung zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie Ihren Denim-Look!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal