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"Costa Concordia": Kapitän Francesco Schettino geht in Berufung

Vier Jahre nach der Havarie  

Neuer Prozess gegen "Costa Concordia"-Kapitän

28.04.2016, 09:52 Uhr | dpa

"Costa Concordia":  Kapitän Francesco Schettino geht in Berufung. Der Ex-Kapitän Francesco Schettino plädiert erneut auf Freispruch. (Quelle: dpa)

Der Ex-Kapitän Francesco Schettino plädiert erneut auf Freispruch. (Quelle: dpa)

32 Menschen starben, als die "Costa Concordiavor über vier Jahren im Mittelmeer einen Felsen rammte und kenterte. Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes, Francesco Schettino, muss sich erneut vor Gericht verantworten. 

Der Berufungsprozess gegen den 55-Jährigen hat am Donnerstag in Florenz begonnen. Schettino war im Februar vergangenen Jahres in erster Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Dagegen hatten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung Berufung eingelegt.

Die "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio gekentert. Insgesamt 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter zwölf Deutsche. Das Gericht in Grosseto hatte im Februar nach einem fast zweijährigen Prozess in erster Instanz entschieden, Schettino trage Verantwortung für das Unglück. Der Ex-Kapitän war unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Herbeiführen einer Havarie verurteilt worden.

Schettino noch auf freiem Fuß

Während Schettinos Anwälte im Berufungsprozess erneut auf Freispruch für ihren Mandanten plädieren wollen, wird die Anklage wie schon im ersten Verfahren voraussichtlich eine Haftstrafe von 26 Jahren für den früheren Kapitän fordern. Schettino ist nach wie vor auf freiem Fuß, da das Urteil gegen ihn noch nicht rechtskräftig ist. Sollte er auch in der zweiten Instanz verurteilt werden, bliebe ihm als letzte Möglichkeit noch der Gang vor den Kassationsgerichtshof in Rom.

Zum Prozessauftakt soll es zunächst um Verfahrensfragen gehen - etwa, wer als Nebenkläger zugelassen wird. Schettino wird Medienberichten zufolge vermutlich zum ersten Verhandlungstag nicht persönlich erscheinen und den Prozess aus der Ferne verfolgen.

"Kapitän Feigling"

Der Ex-Kapitän war nach der Havarie in Italien heftig kritisiert und als "Kapitän Feigling" verspottet worden. Er hatte sich nach dem Unglück zuerst selbst gerettet und Tausende verzweifelte Menschen an Bord des Schiffes zurückgelassen. Er begründete das damit, in ein Rettungsboot gerutscht zu sein.

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