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Mönchengladbach: Vater erschlägt und missbraucht Säugling - lebenslänglich

Urteil verkündet  

Säugling erschlagen: Vater bekommt Lebenslang

31.05.2016, 17:08 Uhr | dpa

Mönchengladbach: Vater erschlägt und missbraucht Säugling - lebenslänglich. Das angeklagte Elternpaar vor Gericht. (Quelle: dpa)

Das angeklagte Elternpaar vor Gericht. (Quelle: dpa)

Stundenlang quälte und missbrauchte ein Vater seinen gerade mal 19 Tage alten Sohn - ehe er das Kind auf brutalste Art ermordete. Nun ist vor dem Landgericht Mönchengladbach das Urteil sowohl gegen den Vater als auch die Mutter gefallen. 

Der 26 Jahre alte Mann muss lebenslang in Haft, die Richter stellten außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann er nach 15 Jahren keinen Antrag auf frühzeitige Haftentlassung stellen. Der Mann wurde wegen Mordes, Misshandlung von Schutzbefohlenen und schwerem sexuellem Missbrauch schuldig gesprochen.

Mildes Urteil für die Mutter

Weil die 25 Jahre alte Mutter nicht eingeschritten ist, verurteilten sie die Richter wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Zuschauer im Gerichtssaal reagierten hörbar mit Unmut auf das vergleichsweise milde Urteil: Die Anklage hatte mehr als sieben Jahre Haft wegen Totschlags durch Unterlassen gefordert.

Die 25-Jährige hatte sich während des Gewaltexzesses des Vater im Schlafzimmer nebenan aufgehalten. Die Richter gingen davon aus, dass die Mutter von der Tat etwas mitbekommen hat. Sie habe aber damit gerechnet, dass der Vater dem Kind höchstens aus Ungeschicklichkeit weh tue. "Sie ist liegengeblieben, um zu zeigen, dass sie ihm vertraut", sagte der Vorsitzende Richter Lothar Beckers.

"Barbarischer Akt"

Der Vater habe den Jungen aus maßloser Selbstsucht und Eifersucht getötet, sagte Beckers in der Urteilsbegründung. Nach der Heimkehr von Mutter und Sohn aus dem Krankenhaus sei der Vater eifersüchtig geworden.

In der Tatnacht im Oktober 2015 habe er dem Kind das Fläschchen gegeben und es gewickelt. Dabei sei ihm der Junge aus der Hand gerutscht und mit dem Kopf auf die Tischkante gefallen. Als sich der Junge nicht beruhigte, habe der Mann entschieden, den Säugling zu töten - und ihn über Stunden gequält: sich auf das Köpfchen gesetzt, den Jungen geschüttelt, ihn "in einem barbarischen Akt" sexuell missbraucht.

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