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Prozess gegen Silvio S.: Mutmaßlicher Kindermörde bricht sein Schweigen

Mutmaßlicher Kindermörder  

Silvio S. bricht sein Schweigen vor Gericht

19.07.2016, 15:59 Uhr | dpa

Prozess gegen Silvio S.: Mutmaßlicher Kindermörde bricht sein Schweigen. Silvio S. am Landgericht in Potsdam. (Quelle: dpa)

Silvio S. am Landgericht in Potsdam. (Quelle: dpa)

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat sein Schweigen gebrochen. "Ich möchte mich eigentlich nur entschuldigen - bei all denen, denen ich mit meinen Taten Leid zugefügt habe, bei den Familien und Freunden von Elias und Mohamed", sagte der 33-Jährige im Prozess am Landgericht Potsdam

Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Jahr die beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) entführt und ermordet zu haben. "Ich bereue, was ich getan habe. Und ich weiß auch, was ich getan habe", so Silvio S.

Der Angeklagte betonte: "Es gibt kein Wort auf der Welt, das beschreiben könnte, wie leid es mir tut. Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es tun. Ich selbst aber kann mir das nicht verzeihen."

"Ich werde alle Behandlungen annehmen" 

Weiter erklärte er: "Ich werde in der Haft alle Behandlungen annehmen, die angeboten werden, damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren kann. Egal wie das Urteil auch ausfällt: Die Verantwortung für die schrecklichen Taten und den Tod von Mohamed und Elias wird immer bleiben, genauso die Gewissheit, dass ich das nicht wieder gut machen kann."

Am kommenden Dienstag wird das Urteil erwartet. Am Ende des aufsehenerregenden Prozesses muss S. damit rechnen, für mehr als 15 Jahre eingesperrt zu werden. Staatsanwalt Peter Petersen hatte am Montag in seinem Plädoyer die Höchststrafe gefordert, weil er den Tod des damals sechsjährigen Elias und des vierjährigen Mohamed als besonders schweren Mord wertet.

Petersen sieht es zudem als erwiesen an, dass S. beide Jungen sexuell missbrauchte und dass er weitere Kinder entführt, missbraucht und ermordet hätte, wäre er nicht gestoppt worden. Demnach könnte von S. auch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis eine hohe Gefahr ausgehen, weshalb eine dauerhafte Sicherungsverwahrung notwendig sei.

Verteidiger gegen anschließende Sicherheitsverwahrung

Dem widersprach Verteidiger Noll. "Wir sehen die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung nicht gegeben", sagte er. Der "Hang" zu solchen Taten, als Voraussetzung für ein dauerhaftes Wegsperren, sei nicht ausreichend nachgewiesen worden. Demnach besteht bei S. sehr wohl die Chance, dass er sich im Anschluss an eine Therapie wieder in die Gesellschaft einfügen könnte.

Noll bestritt weder die Entführung der Kinder, noch dass S. für den Tod der Jungen verantwortlich sei. Allerdings sei nur im Fall von Mohamed der sexuelle Missbrauch erwiesen und der Tod des Jungen durch die Verdeckungsabsichten des Angeklagten zu erklären.

Das Schicksal von Elias sei dagegen nicht zweifelsfrei aufgeklärt worden, sagte Noll. Während des Prozesses hatte S. trotz mehrfacher Aufforderung durch den Vorsitzenden Richter Theodor Horstkötter zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht und nicht zur Aufklärung der Taten beigetragen.

Junge erlitt ein Martyrium von Gewalt und Missbrauch

S. hatte am 8. Juli vergangenen Jahres den kleinen Elias von einem Spielplatz in der Potsdamer Wohnsiedlung Schlaatz entführt und noch am selben Tag erdrosselt. Rund drei Monate später entführte er den aus Bosnien-Herzegowina stammenden Mohamed vom Gelände des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales.

S. brachte das Kind in seine Wohnung im Obergeschoss seines Elternhauses im brandenburgischen Niedergörsdorf, wo er den Jungen am Folgetag ebenfalls erstickte. In der Zwischenzeit durchlitt der Junge nach Aussagen von Gutachtern und Ermittlern ein mehrstündiges Martyrium von Gewalt und Missbrauch. Erst vier Wochen später konnte S. mit Hilfe von Fahndungsbildern festgenommen werden.

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