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Hälfte der Straftäter in Deutschland wird rückfällig

Unterschiede je nach Delikt  

Hälfte der Straftäter wird rückfällig

14.08.2016, 13:12 Uhr | dpa, AFP

Hälfte der Straftäter in Deutschland wird rückfällig. Häftling in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit. (Quelle: dpa/Symbolbild)

Häftling in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit. (Quelle: Symbolbild/dpa)

In Deutschland wird fast jeder zweite Straftäter innerhalb weniger Jahre wieder rückfällig. Das hat eine Studie im Auftrag des Bundesjustizministeriums ergeben.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht und der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen haben untersucht, inwieweit Täter, die 2004 aus der Haft kamen oder etwa Bewährungsstrafen erhielten, bis zum Jahr 2013 erneut straffällig wurden. Die Fälle umfassten Tötungs-, Sexual-, Diebstahl- und Drogendelikte, Körperverletzung, Raub, Erpressung, Betrug und Verkehrsdelikte.

Die noch nicht veröffentlichte Studie, die der "Welt am Sonntag" und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, kommt zu dem Fazit: "Männer haben höhere Rückfallraten als Frauen, jüngere höhere als ältere Personen, Verurteilte mit Vorstrafen höhere als Nichtvorbestrafte."

Vor allem Räuber rückfällig

Der Studie zufolge werden insgesamt 48 Prozent der Täter nach neun Jahren wieder belangt. Die Rückfallquote variierte stark je nach Delikt. Demnach wurden 72 Prozent der Täter, die wegen Raubdelikten verurteilt wurden, innerhalb von neun Jahren wieder straffällig.

"Deutlich niedriger und unter der durchschnittlichen Rückfallrate liegen Personen mit Tötungsdelikten", heißt es weiter. Hier komme es in 34 Prozent der Fälle zu einer erneuten Straftat.

Häufig erneute Körperverletzung

Werden Straftäter rückfällig, dann längst nicht immer mit einem bereits zuvor begangenen Delikt. "Unter den Gewalttätern sind Körperverletzer mit 23 Prozent am Ende des neunjährigen Beobachtungszeitraums am häufigsten einschlägig mit einer erneuten Körperverletzung rückfällig geworden", erläutern die Autoren der Studie.

Hingegen seien weniger als ein Prozent der Täter, die mit einem Tötungsdelikt erfasst wurden, erneut mit einem Tötungsdelikt rückfällig geworden. Auch bei Sexualdelikten kamen einschlägige Rückfälle der Studie zufolge nur in geringem Maße vor. So lag etwa bei Tätern, die aufgrund von sexueller Nötigung oder Vergewaltigung registriert wurden, die Rückfälligkeit mit einem erneuten sexuellen Gewaltverbrechen bei lediglich drei Prozent. Ähnliches galt auch für den sexuellen Missbrauch.

Kausalzusammenhänge à la "Der Strafvollzug bewirkt die Rückfälligkeit" ließen sich mit der Studie nicht ableiten, betonen die Autoren.

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