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Braunschweig: Männer für Mord an Schwangerer verurteilt

"Brutal abgeschlachtet"  

Männer für Mord an Schwangerer verurteilt

30.08.2016, 16:14 Uhr | Rebecca Krizak, dpa

Braunschweig: Männer für Mord an Schwangerer verurteilt. Einer der beiden Angeklagten, die Anfang des Jahres eine 18-Jährige brutal ermordet haben. (Quelle: dpa)

Einer der beiden Angeklagten, die Anfang des Jahres eine 18-Jährige brutal ermordet haben. (Quelle: dpa)

Der eine wollte nicht Vater werden, der andere wollte seinem Kumpel helfen: Zwei damals 19-Jährige ermordeten im Februar eine junge, schwangere Frau. "Unfassbar" nennt der Richter die Tat und verurteilt sie wegen Mordes.

Reglos wirken die beiden Angeklagten im Landgericht. Scheinbar unbeteiligt sitzen sie da, während der Richter das Urteil gegen sie verliest. Über zehn Jahre müssen die jungen Männer in Haft, weil sie im Februar "ein Blutbad anrichteten, ein Gemetzel", wie der Vorsitzende Richter Wilfried Knieriem sagt. Brutal töteten die damals 19-Jährigen eine schwangere 18-Jährige aus Salzgitter und ihr ungeborenes Kind.

Der Grund dafür: Der eine Angeklagte wollte nicht Vater des Babys werden. Zwölf Jahre muss er nun ins Gefängnis, sein Kumpel elf. Das Landgericht Braunschweig verurteilte die beiden nach dem Jugendstrafrecht und stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

Tat genau geplant

Die beiden hatten die 18-Jährige im Februar in ihrer Wohnung besucht. Die Tat hatten sie da bereits genau geplant. Sie brachten Wechselklamotten, ein Messer und Tüten für die blutige Kleidung mit. Zuerst verwickelten sie die junge Frau in ein harmloses Gespräch. Als sie sich kurz umdrehte, schlug der Vater des Ungeborenen sie nieder, sein Kumpel stach ihr mehrfach mit dem Messer in die Brust. Anschließend stach auch der andere Angreifer mit dem Messer zu, schlussfolgerte das Gericht. Die beiden Männer hatten ihre Tat schon zum Prozessauftakt gestanden, allerdings bestritt der Kindsvater, selbst mit dem Messer zugestochen zu haben.

"Wir haben es mit einem unfassbaren Verbrechen zu tun", sagt Knieriem. Die beiden Männer hätten ihr Opfer "brutal abgeschlachtet". Die Mutter der jungen Frau, die als Nebenklägerin vor Gericht auftritt, beginnt bei den Worten heftig zu schluchzen. Der Vater des Ungeborenen habe Sorge vor der finanziellen Belastung gehabt. Letztlich habe er die 18-Jährige einfach loswerden wollen, fasst der Richter zusammen. Sein Kumpel habe in der Männerfreundschaft stets den schwächeren Part eingenommen. "Er wollte sich die Wertschätzung seines Freundes sichern."

Freund wollte alle Schuld auf sich nehmen

Dieses Bedürfnis ging sogar so weit, dass er zunächst alle Schuld auf sich nehmen wollte. Weil er sich nach der Tat beim Sprung aus dem Fenster verletzte und nicht flüchten konnte, wurde der Kumpel vor der Wohnung festgenommen und gab zunächst an, die 18-Jährige alleine ermordet zu haben. Erst einige Tage später wurde auch der zweite Angeklagte festgenommen und räumte die Tat letztlich ein.

Auf die Frage des Richters zum Prozessauftakt, ob es ihm im Nachhinein leid tue hatte der Kindsvater mit einem knappen Ja geantwortet. Und für das Kind? "Ja, das auch." Der junge Mann habe ein empathieloses Verhalten gezeigt, sagt der Richter zum Auftreten des 19-Jährigen. Niemand hätte ihn zum Kontakt mit der Mutter und seinem Kind zwingen können. Trotzdem tötete er die Schwangere. Zum Mord erklärte der Richter: "Sie hätten die Umsetzung des ganzen Plans ganz schnell stoppen können." Das jedoch habe er nicht getan.

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