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Tulsa: US-Polizistin nach tödlichen Schüssen des Totschlags beschuldigt

Nach Schüssen auf Schwarzen  

US-Polizistin in Tulsa des Totschlags beschuldigt

23.09.2016, 13:14 Uhr | AFP, dpa, rtr

Tulsa: US-Polizistin nach tödlichen Schüssen des Totschlags beschuldigt. Das Standbild aus dem Polizeivideo zeigt Terence Crutcher - kurz bevor er durch eine Polizeikugel stirbt. (Quelle: AP/dpa/Tulsa Police Department )

Das Standbild aus dem Polizeivideo zeigt Terence Crutcher - kurz bevor er durch eine Polizeikugel stirbt. (Quelle: Tulsa Police Department /AP/dpa)

Nach den tödlichen Schüssen auf einen unbewaffneten Schwarzen im US-Bundesstaat Oklahoma ist eine Polizistin formell des Totschlags beschuldigt worden. Gegen die Beamtin sei Haftbefehl erlassen worden, erklärte der Staatsanwalt in Tulsa.

Der Polizistin wird vorgeworfen, am vergangenen Freitag auf einer Straße in Tulsa den 40-jährigen Schwarzen Terence Crutcher erschossen zu haben. Der Vorfall war von Polizeikameras aufgezeichnet worden. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mann mit erhobenen Händen an seinem Auto lehnt - es sieht so aus, als kooperiere er mit den Beamten. Dann trifft ihn der Schuss einer Polizistin, er stürzt zu Boden, woraufhin ein weiterer Polizist eine Betäubungswaffe abfeuert.

Laut Ermittlungsunterlagen gab die Polizeibeamtin an, sie habe sich von Crutcher bedroht gefühlt - obwohl dieser keine Waffe trug und sich auch in seinem Auto keine Waffe befand.

Polizeigewalt auch in Charlotte

Wenige Tage nach dem Vorfall in Tulsa war in Charlotte im Bundesstaat North Carolina ein weiterer Schwarzer von Polizisten erschossen worden. Nach Polizeiangaben trug der 43-jährige Keith Lamont Scott eine Handfeuerwaffe und stellte eine Bedrohung dar.

Nach Angaben seiner Familie und Nachbarn trug Scott ein Buch - keine Waffe - und wartete auf den Schulbus, um seinen kleinen Sohn abzuholen. Der Fall löste in Charlotte Proteste mit gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei aus. Dabei wurde ein 26 Jahre alter Demonstrant angeschossen, der später starb. Ermittler versuchten den Schützen ausfindig zu machen, sagte Polizeichef Kerr Putney. Festnahmen gab es bisher aber nicht.

Herausgabe des Videos gefordert

Die Familie von Scott forderte die sofortige Freigabe von Aufnahmen der Armaturenbrett- und Körperkameras der beteiligten Beamten. Nach Betrachtung des Materials sagte ihr Anwalt Justin Bamberg, es sei in dem Video nicht zu erkennen, ob Scott vor seiner Erschießung etwas in den Händen gehalten habe. Vielmehr sei Scott dabei zu sehen, wie er ruhig aus dem Wagen gestiegen sei, während die Beamten ihm mehrere Befehle erteilt hätten. Doch habe er sich den Polizisten nicht genähert. Zudem habe Scott seine Hände an den Seiten gehabt und sei langsam rückwärts gelaufen, als er erschossen worden sei, sagte Bamberg weiter.

Polizeichef Kerr hat indes eine Veröffentlichung der Videoaufnahmen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen abgelehnt. 

Friedliche Proteste

Die Bürgermeisterin von Charlotte hat für die Stadt eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Zuvor hatten sich erneut hunderte Menschen zum Protest versammelt. Der Gouverneur Pat McCrory hatte den Ausnahmezustand über der Stadt in North Carolina verhängt, außerdem war die Nationalgarde im Einsatz. Es war die dritte Nacht mit Protesten. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. 

Polizei hat 2016 über 700 Menschen erschossen

In den USA gibt es seit Monaten schwere Auseinandersetzungen wegen der Polizeigewalt. Mehrere Vorfälle, bei denen Polizisten unbewaffnete Schwarze töteten, lösten landesweite Proteste aus. In diesem Jahr erschossen US-Polizisten nach Angaben der "Washington Post" bereits 706 Menschen, unter ihnen 163 Schwarze.

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