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Ex-Putin-Berater starb durch einen Unfall: USA schließen Ermittlungen ab

US-Behörden schließen Ermittlungen ab  

Ex-Putin-Berater starb durch einen Unfall

29.10.2016, 10:03 Uhr | AP

Ex-Putin-Berater starb durch einen Unfall: USA schließen Ermittlungen ab. Michail Lessin war früher russischer Informationsminister und dann Berater im Kreml. (Quelle: dpa)

Michail Lessin war früher russischer Informationsminister und dann Berater im Kreml. (Quelle: dpa)

Fast ein Jahr nach dem mysteriösen Tod von Michail Lessin, Ex-Minister unter Russlands Präsident Wladimir Putin, haben die US-Behörden den Fall nun als Unfall eingestuft.

Lessin sei nach tagelangem "exzessiven Alkoholkonsum" an zahlreichen Verletzungen gestorben, teilte das Büro des Bundesstaatsanwalts in Washington mit. Die Ermittlungen seien damit abgeschlossen.

Tod nach Saufgelage 

Am 5. November 2015 war der 57-jährige Lessin tot in seinem Zimmer in einem Hotel in der US-Hauptstadt aufgefunden worden. Auf Basis von Videoaufnahmen, anderen Beweisen und Befragungen von Zeugen teilten Behördenvertreter mit, dass der Ex-Politiker nach einem Saufgelage am Vortag zu Schaden kam, als er alleine auf seinem Zimmer gewesen sei. Ursprünglich hatten russische Medien unter Berufung auf dessen Verwandte berichtet, er habe einen Herzinfarkt erlitten.

Schwere Kopfverletzungen

Im März wurden dann schwere Verletzungen am Kopf und Körper als Todesursache angegeben. Wie er sich diese zuzog, teilten die Behörden nicht mit. Eine Sprecherin der Gerichtsmedizin in Washington sagte, die Gesetze im Hauptstadtbezirk untersagten die Freigabe des Autopsieberichts oder andere Informationen.

An Wahlsieg Putins beteiligt

Anfang der 1990er Jahre hatte Lessin in der TV-Werbebranche Karriere gemacht. Im Jahr 1999 wurde er russischer Presseminister und war maßgeblich an dem Wahlsieg Putins im Jahr darauf beteiligt. Unter anderem steuerte er die Bemühungen des Kreml, Kontrolle über den wichtigsten russischen Privatsender NTV zu erlangen. Im Jahr 2004 wurde Lessin Medienberater Putins und war an der Gründung des englischsprachigen Nachrichtendienstes "Russia Today" beteiligt.

Warum sich Lessin im Jahr seines Todes in den USA aufhielt, ist unklar. Auch das US-Außenministerium hatte darüber nach eigenen Angaben keine Informationen.

US-Analyst: "Das Ganze ist merkwürdig"

Paul Joyal von der Denkfabrik National Strategies in Washington sagte, der Verdacht auf eine russische Verwicklung in den Tod Lessins sei nicht ganz ungerechtfertigt. "Ob es ein Unfall war oder nicht, weiß ich nicht", sagte der Analyst, der als Kritiker der russischen Regierung gilt. "Aber das Ganze ist sicherlich merkwürdig."

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