Sie sind hier: Home > Panorama > Unglücke >

Waldbrände in Australien: Schlimmere Schäden als befürchtet

Brandkatastrophe in Australien  

Schlimmere Schäden als befürchtet

13.02.2009, 16:45 Uhr | AFP, dpa, dapd

Die Zahl der zerstörten Häuser ist auf über 1800 gestiegen (Foto: Reuters)Die Zahl der zerstörten Häuser ist auf über 1800 gestiegen (Foto: Reuters)

Die Schäden durch die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens sind noch deutlich größer als zunächst befürchtet. Die Zahl der durch die Flammen zerstörten Häuser sei von 1069 am Donnerstag auf mindestens 1831 am Freitag gestiegen, sagte ein Vertreter des Katastrophenschutzes.

Nach Behördenangaben könnte die Zahl der Toten auf über 200 steigen. Ein mutmaßlicher Brandstifter muss sich am Montag vor Gericht verantworten.

Noch etwa 20 Brände

Im am heftigsten betroffenen Bundesstaat Victoria wüteten am Freitag noch rund 20 Brände. Eine Warnung vor Funkenflug für die Bewohner der Stadt Healesville wurde jedoch wieder heruntergestuft. Dennoch sollten die Bürger wachsam bleiben, mahnte die Feuerwehr.

Video Australische Stars sammeln für Feueropfer

Australien Mutmaßliche Brandstifter festgenommen
Australien Brandstifter und Plünderer treiben ihr Unwesen
Premierminister Brandstifter sind Massenmörder
Foto-Serie Waldbrände in Australien

Mutmaßlicher Brandstifter muss vor Gericht

Die australische Justiz hat am Freitag Anklage gegen einen Mann wegen Brandstiftung im Zusammenhang mit den Buschbränden im Südosten des Landes erhoben. Wie die Polizei mitteilte, wird der Mann beschuldigt, vorsätzlich oder fahrlässig einen Brand gelegt zu haben, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, im Besitz von Kinderpornografie gewesen zu sein. Zu seiner eigenen Sicherheit wurde er den Angaben zufolge von der kleinen Stadt, in der er festgenommen wurde, nach Melbourne, der Hauptstadt des am stärksten von den Bränden betroffenen Bundesstaats Victoria, gebracht. Dort soll er am Montag dem Gericht vorgeführt werden. Der Mann sei mental nicht stabil, hieß es.

Buschbrände Was Australien-Urlauber wissen müssen
Mehr aktuelle Nachrichten

Zahl der Toten könnte noch steigen

Die Polizeichefin von Victoria hatte am Donnerstag mitgeteilt, das Feuer in der Gemeinde Churchill mit 21 Todesopfern sei mit Sicherheit absichtlich gelegt worden. Außerdem gebe es Hinweise, die auch den Brand in Marysville mit mindestens 15 Todesopfern "verdächtig" erscheinen ließen. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten in der 500-Einwohner-Gemeinde Marysville noch auf bis zu 100 steigen kann.

Flammen finden neue Nahrung

Unterdessen kämpft die Feuerwehr noch immer gegen möglicherweise wieder aufflammende Brandherde. Nahe Healesville fanden die Flammen am Freitag neue Nahrung, und dichter Rauch war über der Stadt zu sehen, wie die Behörden mitteilten.


Zahlreiche Spenden

Die australische Hollywood-Schauspielerin Nicole Kidman und ihr Mann, Country-Sänger Keith Urban, spendeten einem Nothilfefonds des Roten Kreuzes 500.000 australische Dollar (rund 253.000 Euro) für die Opfer der Brände. Eine Rotkreuz-Sprecher sagte, bislang seien fast 66 Millionen australische Dollar gespendet worden, weitere Millionensummen seien bereits zugesagt.

Noch nicht alle Leichen geborgen

Bei den verheerendsten Buschbränden, die Australien je erlebt hat, waren am vergangenen Wochenende mindestens 181 Menschen ums Leben gekommen. 1800 Häuser wurden zerstört und eine halbe Million Hektar Land brannte ab. Die Menschen, die in den Flammen ihre Wohnung verloren hatten, sollten vorübergehend in Militäreinrichtungen unterkommen. Die Behörden sind immer noch dabei, Leichen zu bergen.

Mehr zum Thema Klimawandel
2008 Rekordzahl an Naturkatastrophen
Mehr Nachrichten zum Thema Wetter

Zwei Verdächtige wieder freigelassen

Experten führten die verheerenden Feuer im Staat Victoria auf sechs Brandherde zurück. In mindestens einem Fall gehen die Ermittler von Brandstiftung aus, auch ein zweites Feuer könnte vorsätzlich gelegt worden sein. Am Donnerstag wurden vorübergehend zwei Männer festgenommen, die in einem am Wochenende niedergebrannten Gebiet nahe der Stadt Yea durch verdächtiges Verhalten aufgefallen waren. Nach eingehender Befragung wurden sie aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Happy End für Koala-Dame

Koala-Dame "Sam", die den verheerenden Bränden in Australien mit verbrannten Füßen entkommen ist, hat Trost bei einem Verehrer gefunden. Im Tierheim in Rawson nördlich von Melbourne sind "Sam" und Koala "Bob", der ebenfalls verletzt wurde, unzertrennlich. "Die beiden sind sehr liebevoll miteinander", sagte Tierpflegerin Colleen Wood am Freitag. Ein Video auf YouTube hatte Sam Anfang der Woche weltberühmt gemacht. Darauf war ein Feuerwehrmann zu sehen, der dem offensichtlich erschöpften Tier aus seiner Wasserflasche zu trinken gab. Das Video entstand bereits Anfang des Monats, nicht bei den verheerenden Feuern des vergangenen Wochenendes. "Diese Woche war echt hart, deshalb ist es gut, dass es wenigstens ein Happy End gibt", sagte der Feuerwehrmann, der Sam jetzt in dem Tierheim besuchte.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal