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Ölpest im Golf von Mexiko: Russen schlagen Atombombe vor

Russen schlagen Atombombe gegen Ölpest vor

11.05.2010, 14:43 Uhr | AFP, t-online.de, dpa

Ölpest im Golf von Mexiko: Russen schlagen Atombombe vor.

Ölpest im Golf von Mexiko: BP will jetzt eine kleinere Stahlkuppeleinsetzen, um das Ölleck zu schließen (Foto: AP)

Nach dem gescheiterten Versuch, die Ölpest im Golf von Mexiko mit einer Saugglocke einzudämmen, haben die Russen vorgeschlagen, das Bohrloch mit Hilfe einer Atombombe zu schließen. Das berichtet das Online-Magazin "Telepolis".

Russland habe den Amerikanern etwa in der russischen Zeitung "Komsomolskaya Pravda" geraten, den Ölfluss mit einer unterirdischen Atomexplosion zu stoppen. Zu Zeiten der Sowjetunion wären mehrere Male Öl- und Gasquellen auf diese Weise erfolgreich bekämpft worden.

Druck soll das Ölloch schließen

Das Prinzip sei einfach: Die Explosion verschiebe das Gestein, übe enormen Druck aus und könne so das Ölbohrloch schließen. Die Russen verweisen nach dem Medienbericht auf fünf eigene Versuche. Der erste erfolgte 1966 - mit einem 30 Kilotonnen Sprengkopf und sechs Kilometer unter der Erdoberfläche. Bei der letzten Explosion 1979 wurde eine Ölquelle mit einer nuklearen Sprengung geschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nichts hilft, liege bei nur 20 Prozent, heißt es bei "Telepolis". Allerdings sei "die Basis der Berechnung mit nur fünf unterirdischen Sprengungen zum Schließen von Öl- oder Gasquellen nicht sonderlich hoch". Außerdem hätten die Russen auch noch keine gezielte Sprengung 1500 Meter unter dem Meeresspiegel durchgeführt.

BP will kleinere Stahlkuppel einsetzen

Der Konzern BP setzt unterdessen auf eine kleinere Stahlkuppel. Sie soll noch vor Ende dieser Woche über das Haupt-Leck in 1500 Meter Tiefe gestülpt werden, sagte BP-Manager Doug Suttles. Ein Versuch mit einem deutlich größeren Stahl-Container war vergangenes Wochenende gescheitert. Wegen der großen Kälte so tief im Meer bildeten sich in dem Behälter aber Kristalle aus Öl und Wasser, die die Öffnung an der Spitze verstopften, so dass das Öl nicht abgesaugt werden konnte. BP hofft, dass das Problem in der viel kleineren, nur rund zwei Tonnen schweren Kuppel-Variante nicht auftritt - schon deshalb nicht, weil der Behälter deutlich weniger Wasser-Öl-Gemisch fasst. Außerdem sollen zusätzlich heißes Wasser und Methanol eingeleitet werden, um Kristalle zu verhindern.

Heftiger Wind treibt Öl auf Küsten zu

Zu schaffen macht den Behörden US-Medien zufolge das Wetter: Heftige Winde könnten in den kommenden Tagen Teile des Ölteppiches in Richtung Mississippi-Delta drücken. Bislang waren die Küsten der südlichen Bundesstaaten am Golf vom Ölteppich so gut wie verschont geblieben.

Obama will Druck auf BP erhöhen

US-Präsident Barack Obama hat sich mittlerweile mit einem Krisenstab über das weitere Vorgehen beraten. An den Gesprächen im Lageraum des Weißen Hauses nahmen nach offiziellen Angaben vor allem die Minister für Verteidigung, Innere Sicherheit, Energie und Inneres teil. Der Präsident habe eine Delegation unter Leitung seines Energieministers, dem Physiknobelpreisträger Steven Chu, an die Golfküste entsandt. Sie soll Druck auf BP ausüben, weiter nach einer Lösung zu suchen. Obama will sich weiterhin dafür einsetzen, dass BP nicht nur für die Kosten für die Beseitigung der Ölpest aufkommt, sondern auch für alle Entschädigungszahlungen.

Elf Arbeiter starben bei dem Unglück

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich schätzungsweise 800.000 Liter Öl aus und bedrohen die Küstengebiete mehrerer Bundesstaaten im Süden der USA.


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