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Ostindien: Hunderttausende bringen sich vor Zyklon "Phailin" in Sicherheit

Bis zu 270 Stundenkilometer  

Gewaltiger Zyklon "Phailin" rast auf Indien zu

12.10.2013, 20:05 Uhr | AP, dpa, AFP

Ostindien: Hunderttausende bringen sich vor Zyklon "Phailin" in Sicherheit. Taifun "Phailin" (Quelle: AP/dpa/U.S. Navy Joint Typhoon Warning Center)

Das US-Taifun-Warnzentrum auf Hawaii zeigt ein Satellitenbild von Taifun "Phailin" (Quelle: U.S. Navy Joint Typhoon Warning Center/AP/dpa)

Der seit 14 Jahren wohl stärkste Wirbelsturm Indiens ist auf Land getroffen. Mit gewaltigem Wind und Regen überzog Zyklon "Phailin" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern am späten Samstagabend (Ortszeit) die Ostküste rund um die Stadt Gopalpur im Bundesstaat Orissa.

Laut Behörden kamen dabei drei Menschen um. Zwei von ihnen wurden von Bäumen erschlagen, das dritte Opfer starb unter den Trümmern seines Lehmziegelhauses.

Heftige Regenfälle, starker Wind

Erste Ausläufer des Wirbelsturms brachten am Tag bereits heftige Regenfälle entlang den Küsten der Bundesstaaten Orissa und Andhra Pradesh, starker Wind ließ Palmbäume entwurzeln.

Bis Freitagabend hatten die Behörden in Orissa rund 600.000 Bewohner in höher gelegene Gebiete oder Notunterkünfte bringen lassen. So sei zu erwarten, dass der Bundesstaat die volle Wucht des Tropensturms zu spüren bekommen werde, sagte der Minister für Katastrophenschutz, Surya Narayan Patra.

Auch aus tiefer liegenden Gegenden dreier besonders unwetterbedrohter Bezirke in Andhra Pradesh wurden zehntausende Anwohner evakuiert. Die Behörden sagten zudem mehrere Feiertagveranstaltungen ab und legten Notfallvorräte an. Die Armee wurden in beiden Bundesstaaten in Bereitschaft versetzt.

Bewohner sind besorgt um ihre Sicherheit. "Ich habe Angst und die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich musste immer wieder auf die stürmische See blicken", sagte ein Mann dem Sender NDTV. "Man hat uns gesagt, die Evakuierungslager seien voll. Wo sollen wir hin?"

Mit "Katrina" vergleichbar

Der indische Wetterdienst geht davon aus, dass "Phailin" mit Windgeschwindigkeiten zwischen 210 und 220 Kilometern pro Stunde auf Land treffen wird. Das amerikanische Taifun-Warnzentrum auf Hawaii schätzte den Zyklon noch stärker ein: Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometern pro Stunde seien zu erwarten, in Böen sogar bis zu 315 Kilometer.

"Wenn es kein Rekord ist, wird es sehr, sehr nahe dran sein", sagte ein Hurrikanforscher, Brian McNoldy. "Phailin" sei mit einem Durchmesser von 500 Kilometern größenmäßig nahezu mit "Katrina" vergleichbar. Der Hurrikan hatte 2005 New Orleans verwüstet. Mit Blick auf die Windgeschwindigkeit komme er an "Andrew" heran, der 1992 auf Florida und die Karibik traf.

"Nichts kann ihn mehr stoppen"

Zwar hoffen einige Experten, dass der Sturm in abgeschwächtem Zustand auf Land trifft. Doch selbst im besten Fall werde es eine sieben bis neun Meter hohe Sturmflut geben, sagte Ryan Maue von der US-Wetterwarte Weather Bell.

Satellitenbilder zeigten, dass der Zyklon eine Fläche von der ostindischen Küste bis zum Westen Birmas ausfüllt - das ist mehr als die Größe Frankreichs. "Ein Sturm von dieser Größe kann sich nicht so schnell abschwächen", sagte Maue. "Zu diesem Zeitpunkt kann ihn nichts stoppen".

In der Bucht von Bengalen könnten einem Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Vision zufolge ganze Häuser weggeschwemmt werden. Die Bucht war in der Vergangenheit Schauplatz heftigster Stürme. 1999 kamen bei einem sogenannten Super-Zyklon in Orissa 15.000 Menschen ums Leben.

Wirbelsturm "Nari" auf den Philippinen: zwölf Tote

Derweil hat ein weiterer Wirbelsturm, Taifun "Nari", im Norden der Philippinen mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Sie ertranken oder wurden durch Stromschläge oder umstürzende Bäume getötet. Die Opferzahl gaben die Behörden am Samstag bekannt, zunächst war von neun Toten die Rede gewesen. Der Taifun hat auf den Philippinen Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst.

Er war am Freitagabend (Ortszeit) in der Provinz Aurora auf die Küste getroffen. Windböen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer in der Stunde. In mehr als 30 Städten kam es zu Überschwemmungen und Stromausfällen, teilte die Katastrophenbehörde mit. Manche Regionen standen zwei Meter tief unter Wasser, berichtete das philippinische Rote Kreuz.

Neuer Sturm braut sich zusammen

Bereits vor der Ankunft des Taifuns waren auf den Philippinen 20 Menschen bei Unwettern ums Leben gekommen. "Nari" bewegte sich nach Angaben der Wetterbehörde inzwischen weg von den Philippinen in Richtung Vietnam. Die Wetterexperten erwarten aber weitere Regenfälle, da sich ein neuer Wirbelsturm östlich der Philippinen zusammenbraut.

"Nari" war bereits der 19. Sturm, der die Philippinen in diesem Jahr heimgesucht hat. Während der Monsunsaison vom Juli bis Dezember treffen in dem Land durchschnittlich 20 bis 22 Tropenstürme auf Land.

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