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Taifun Haiyan: Plünderungen und Chaos auf den Philippinen

Hunger und Chaos nach der Taifun-Katsatrophe  

"Die Menschen verlieren den Verstand"

10.11.2013, 12:41 Uhr | AFP

Taifun Haiyan: Plünderungen und Chaos auf den Philippinen. Philippinen: In der Krisenregion stürmen die Menschen die Geschäfte. (Quelle: dpa)

Philippinen: In der Krisenregion stürmen die Menschen die Geschäfte. (Quelle: dpa)

Im Katastrophengebiet auf den Philippinen gibt es nach dem Taifun "Haiyan" Horror-Szenen. Verzweifelte Menschen plündern in der 220.000-Einwohner-Stadt Tacloban auf der Suche nach Essbarem und Trinkwasser die Geschäfte. Derweil schätzt die Polizei die Zahl der Toten allein in der Provinz Leyte auf über 10.000.

Auf der verwüsteten philippinischen Insel Leyte sei ein Lastwagenkonvoi mit Versorgungsgütern 20 Kilometer südlich von Tacloban gestoppt, überfallen und geplündert worden, berichtete Rotkreuz-Chef Richard Gordon im Fernsehen. Die Notpakete hätten 5000 Familien versorgen sollen. "Es ist chaotisch in Tacloban", sagte Roger Marcado, Gouverneur der Nachbarprovinz Southern Leyte. "Geschäfte werden geplündert, und die Menschen versuchen sogar, Geldautomaten zu knacken." Ein Ladenbesitzer stand mit gezückter Pistole vor seinem Laden, um Plünderer abzuschrecken. 

"Zerstörung ist schockierend"

"Die Leute werden gewalttätig", beschreibt ein Augenzeuge die Situation in Tacloban. "Die Stadt ist total zerstört. Die Menschen verlieren den Verstand, weil sie hungern oder ihre Familien verloren haben."

"Die Zerstörung in Tacloban ist schockierend", berichtet auch Praveen Agrawal vom UN-Welternährungsprogrammnach einem Besuch. Die Organisation will 40 Tonnen angereicherte Energiekekse aus Dubai einfliegen. Sie haben sich in Desasterzonen bewährt, wo nicht gekocht werden kann.

Hilfe ist logistischer Alptraum

Die Katastrophenhilfe läuft zwar an, aber zerstörte Flughäfen, beschädigte Häfen und kaputte oder verschüttete Straßen machen die Verteilung der Hilfsgüter zu einem logistischen Alptraum. Hunderttausende Menschen warten dringend auf Hilfe. 

Leichen auf den Straßen

Wie Bilder aus der Region zeigen, ist die Verwüstung verheerend. Kilometerweit sind nur noch Trümmerhaufen zu sehen, wo einst Hütten und Häuser standen. Große Frachtschiffe wurden in Tacloban mit der meterhohen Sturmflut an Land gespült. Entlang der Straßen liegen überall Leichen, notdürftig mit Planen abgedeckt.

In den Trümmern suchen Familien nach Essbarem. Immer wieder regnet es heftig. Familien mit Kleinkindern kauern unter Zeltplanen, die sie notdürftig als Dach aufgespannt haben.

Präsident in die Region gereist

Präsident Benigno Aquino machte sich in der Region ein Bild von der Verwüstung und den Hilfsmaßnahmen. Er war verärgert, dass die Katastrophenschutzbehörden trotz Wetterwarnungen nicht mehr Menschen besser geschützt hätten, wie ein lokaler Radiosender berichtet.

"Haiyan" war einer der gewaltigsten Taifune, die je Land erreichten. Auf dem Weg nach Vietnam schwächt er sich deutlich ab und soll dort am Montag nur noch als tropischer Sturm die Küste erreichen. Hunderttausende Menschen, die bereits in Sicherheit gebracht worden waren, durften in ihre Häuser zurückkehren. 

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel haben auch Neuseeland, Australien und die USA Hilfe zugesagt. Die Organisation I.S.A.R. Germany (International Search and Rescue) aus Duisburg schickte 24 Ärzte, Pfleger und Rettungsassistenten. Auch ein Vorausteam des Technischen Hilfswerkes (THW) war unterwegs. 

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