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Schon über 320 Tote: Indien und Pakistan kämpfen gegen Überschwemmungen

Schon über 320 Tote  

Indien und Pakistan kämpfen gegen Überschwemmungen

08.09.2014, 19:26 Uhr | dpa

Schon über 320 Tote: Indien und Pakistan kämpfen gegen Überschwemmungen. In der indischen Stadt Srinagar kämpfen die Menschen verzweifelt gegen die Regenmassen (Quelle: AP/dpa)

In der indischen Stadt Srinagar kämpfen die Menschen verzweifelt gegen die Regenmassen (Quelle: AP/dpa)

Nach den Überschwemmungen in Indien und Pakistan mit mehr als 320 Toten sind Tausende Bewohner immer noch in den Hochwassergebieten eingeschlossen. Retter versuchten mit Booten und Hubschraubern, zu ihnen vorzudringen und Hilfsgüter zu liefern oder die Menschen zu bergen.

Der Monsunregen, der sechs Tage lang vor allem die zwischen beiden Ländern geteilte Region Kaschmir unter Wasser setzte, hat inzwischen aufgehört. In Pakistan drohten zwei Flüsse jedoch über die Ufer zu treten und weitere Gebiete zu überfluten.

"Unser Fokus bleibt, die Menschen zu retten, die in ihren Häusern festsitzen und sie mit Lebensnotwendigem zu versorgen", sagte der indische Generalleutnant D.S. Hooda.

Heftigste Überschwemmungen seit fünf Jahrzehnten

Im indischen Teil Kaschmirs, das die heftigsten Überschwemmungen seit fünf Jahrzehnten erlebt, kamen bisher mehr als 120 Menschen ums Leben. Im benachbarten Pakistan, wo neben Kaschmir auch der Bezirk Punjab und die Gegend um Gilgit betroffen sind, starben laut Behörden bisher mindestens 205 Menschen.

Der Monsunregen setzte in beiden Ländern Hunderte Dörfer unter Wasser, brachte Tausende Häuser zum Einsturz und löste Erdrutsche aus.

Tausende Anwohner mussten gerettet werden

Mehr als 5200 Menschen wurden bisher aus verschiedenen Gegenden im indischen Teil der Region Kaschmir gerettet, wie der Direktor der Katastrophenschutzbehörde NDRF, O.P. Singh, erklärte.

In Pakistan wurden 9000 Anwohner aus fast 530 überfluteten Dörfern geborgen. Einer der Anwohner, die mit einem Helikopter in das 265 Kilometer südöstlich von Islamabad gelegene Pindi Bhattian ausgeflogen wurden, sagte, er habe nichts retten können, als die Fluten durch sein Haus schossen.

Weitere Flüsse drohen, über die Ufer zu treten

"Wir mussten schnell auf das Dach, weil das Erdgeschoss unter Wasser stand. Dort warteten wir dann zwei Tage, bis der Hubschrauber kam und uns hierher brachte", berichtete der Bauer Abid Hussain, der aus Bagh Unna stammt, Reportern. Hunderte Anwohner des überfluteten Ortes wurden von Armeehubschraubern in sichere Gebiete gebracht. Die pakistanischen Behörden befürchten indes, dass sich die Lage noch verschlechtern könnte. Die Flüsse Chenab und Indus drohten, über die Ufer zu treten, hieß es.

Im indischen Teil Kaschmirs brachen alle Telefonleitungen und Handynetze zusammen und erschwerten die Rettungsarbeiten zusätzlich. Vielerorts gab es zudem keinen Strom, weil die Fluten Masten umgerissen hatten. Schulen sowie Büros blieben geschlossen. Die Behörden begrenzten Wasservorräte und die Stromversorgung dort, wo sie funktionierte.

Ministerpräsident spricht von "nationaler Katastrophe"

Helfer versorgten Menschen, die sich vor den Fluten auf Dächer gerettet hatten, mit Medizin, Decken, Zelten und Lebensmittelrationen, wie Singh weiter mitteilte. Die wichtigste Stadt der Region, Srinagar, stand größtenteils unter Wasser.

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi bezeichnete die Überflutungen als "nationale Katastrophe". Am Sonntag war er mit einem Hubschrauber über die betroffenen Gebiete geflogen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Anschließend versprach er den Opfern eine zusätzliche staatliche Hilfe in Höhe von zehn Milliarden Rupien (etwa 131 Millionen Euro).

Die nördliche Himalaya-Region Kaschmir ist zwischen Indien und Pakistan geteilt. Beide Länder beanspruchen das gesamte Gebiet für sich und haben seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir.

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