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Italien ruft Notstand in Erdbebenregion aus

Erneut starkes Nachbeben  

Italien ruft Notstand in Erdbebenregion aus

26.08.2016, 08:53 Uhr | dpa

Italien ruft Notstand in Erdbebenregion aus. Ein Feuerwehrmann untersucht die Trümmer in Arquata. (Quelle: AP/dpa)

Ein Feuerwehrmann untersucht die Trümmer in Arquata. (Quelle: AP/dpa)

Während erneut Erdstöße die Katastrophenregion in Italien erschüttern, hat die Regierung den Notstand ausgerufen und Hilfsgelder von 50 Millionen Euro zugesagt. Regierungschef Matteo Renzi kündigte Steuererleichterungen für die Menschen in den verwüsteten Orten sowie eine bessere Erdbebenvorsorge an.

Am Freitagmorgen gegen 6:30 Uhr ereignete sich ein Nachbeben, das nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 4,7 hatte. Das Zentrum lag etwa fünf Kilometer nordwestlich des stark zerstörten Ortes Amatrice.

Der Erdstoß brachte dort weitere Gebäude zum Einsturz, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Ob es weitere Opfer oder Verletzte gibt, ist noch nicht bekannt.

Unbürokratische Hilfe

Mit dem Ausrufen des Notstandes soll den Opfern schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dazu werden sonst geltende, bestimmte Rechte ausgesetzt.

"Wir haben die moralische Pflicht gegenüber den Frauen und Männern dieser Gemeinden", sagte Renzi nach einer Krisensitzung des Ministerrats. "Der Wiederaufbau dieser Dörfer ist die Priorität der Regierung und des Landes."

Über 250 Tote

Bei dem Erdbeben in der Nacht zu Mittwoch kamen mindestens 267 Menschen ums Leben. Die Zahl könnte nach Angaben des Zivilschutzes aber noch weiter steigen. Das Beben könne "noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L'Aquila" im Jahr 2009, warnte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. Damals starben 309 Menschen.

Dieses Mal hatte es besonders die kleineren Orte Amatrice, Accumoli und Pescara del Tronto getroffen. Wie viele Menschen noch verschüttet oder vermisst sind, ist weiter unklar.

Foto-Serie mit 26 Bildern

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Erste Plünderungsversuche

Derweil gab es auch erste Versuche der Plünderung. In Amatrice wurde ein Mann festgenommen, der in ein Haus eindringen wollte, teilte die Polizei mit.

Die Retter versuchen unermüdlich, in den Trümmern noch Überlebende zu finden. Aber rund 700 Nachbeben bis zum frühen Freitagmorgen erschwerten die Arbeiten.

Kritik an Erdbebenschutz

Gleichzeitig kam Kritik am Umgang des Landes mit dem Erdbebenschutz auf, bereits bestehende Regeln würden oft nicht eingehalten, erklärten Experten. In mehreren Ortschaften wurden jahrhundertealte kulturhistorische Bauwerke beschädigt oder zerstört.

"Das erste Wort, was einem in den Sinn kommt, ist tiefes Mitgefühl für das, was passiert ist", sagte Ministerpräsident Renzi. Die Menschen hätten ein Recht darauf, zu ihren "Wurzeln" zurückzukehren.

Das Land ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin-Gebirgszug die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstoßen.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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