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Indonesien: Erdbeben fordert mindestens 50 Todesopfer

Epizentrum nahe der Küste  

Tote bei heftigem Erdbeben in Indonesien

07.12.2016, 07:31 Uhr | dpa

Indonesien: Erdbeben fordert mindestens 50 Todesopfer. Ein zerstörtes Gebäude in Pidie, in der indonesischen Provinz Aceh an der Nordwestspitze der Insel Sumatra. (Quelle: AFP)

Ein zerstörtes Gebäude in Pidie, in der indonesischen Provinz Aceh an der Nordwestspitze der Insel Sumatra. (Quelle: AFP)

Ein heftiges Erdbeben hat Indonesien erschüttert. Die Zahl der Todesopfer steigt rasant: Es seien mindestens 92 Menschen umgekommen, berichtete das Militär.

Zahlreiche Häuser wurden am Nordende der Insel Sumatra zerstört, wie die Lokalbehörden berichteten. Möglicherweise seien noch viele Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde der Provinz Aceh, Suyitno. "Wir haben drei Bagger in die zerstörten Stadtteile geschickt, die Betonwände heben können", sagte er. Tausende Menschen waren in Panik auf die Straße gerannt.

Weitreichende Zerstörungen

Anwohner luden auf Facebook und Twitter aus dem Distrikt Pidie Jaya Fotos von eingestürzten Gebäuden und meterhohen Schuttbergen hoch. Auch lokale Fernsehsender zeigten weitreichende Zerstörung. Menschen saßen auf Matten auf den Straßen. Vor den Krankenhäusern des Bezirks leisteten Ärzte auf der Straße Erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi berichtete. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude.

Erdbeben der Stärke 6,4

Der Erdstoß war mit einer Stärke von 6,4 gemessen an früheren Katastrophen in der Region leicht. Aber der Erdbebenherd lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Solche Beben können erhebliche Schäden verursachen. In Sigli, 20 Kilometer nordwestlich des Epizentrums, leben mehr als 17.000 Menschen. Die USGS schätzte die Stärke auf 6,5.

Keine Tsunami-Warnung

Das Beben passierte um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit (Dienstag 23.00 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag ganz nah an der Küste in einer Bucht. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben. Auch in der Provinzhauptstadt Banda Aceh rund 100 Kilometer nordwestlich war der Erdstoß zu spüren. "Bei mir kam Panik auf", berichtete die Ärztin Amanda im Fernsehen.

Banda Aceh war bei dem gewaltigen Erdbeben und Tsunami Weihnachten 2004 schwer zerstört worden. In der Stadt und entlang der Küste kamen damals 180.000 Menschen um. Insgesamt forderte die Katastrophe rund um den Indischen Ozean mehr als 230.000 Menschenleben. Das Epizentrum des damaligen Bebens der Stärke 9,1 lag vor der Westküste Sumatras. Das Epizentrum des neue Bebens lag dagegen östlich von Banda Aceh.

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