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Waldbrände in Kalifornien: Kein Ende in Sicht – Notstand ausgerufen

Verheerende Waldbrände  

In Kalifornien ist kein Ende in Sicht – Notstand ausgerufen

29.10.2019, 05:17 Uhr | dpa , AFP , lw

Waldbrände in Kalifornien: Kein Ende in Sicht – Notstand ausgerufen. Feuerwehrleute kämpfen bei Knightsen gegen die Flammen. (Quelle: dpa/Jose Carlos Fajardo/San Jose Mercury News/AP/)

Feuerwehrleute kämpfen bei Knightsen gegen die Flammen. Seit Tagen wüten schwere Waldbrände in Kalifornien - Zehntausende mussten fliehen. Foto: Jose Carlos Fajardo/San Jose Mercury News/AP/dpa. (Quelle: Jose Carlos Fajardo/San Jose Mercury News/AP//dpa)

Die Waldbrände in Kalifornien dauern an: Dutzende Häuser wurden bislang zerstört, Zehntausende Menschen mussten fliehen, Millionen wurde der Strom abgeschaltet.

Verheerende Waldbrände fressen sich weiter durch Teile Kaliforniens. Die seit Tagen wütenden Brände haben bereits Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Am verheerendsten sei derzeit das "Kincaid"-Feuer in Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco, teilten die Behörden mit. 

Die Flammen breiteten sich auf einer Fläche von mehr als 100 Quadratkilometer aus – größer als die Fläche Manhattans. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom rief am Sonntag (Ortszeit) den Notstand für den gesamten Bundesstaat aus. Rund 185.000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Etwa 80 Anwesen und mindestens zwei Weingüter brannten ab. Mehr als 3.000 Helfer waren im Einsatz.

Schnelle Ausweitung der Brände möglich

Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Der Nationale Wetterdienst warnte vor gefährlich starken Winden bei gleichzeitig niedriger Luftfeuchtigkeit bis einschließlich Montag. Diese angesichts der Stärke und Dauer der Winde gefährliche Kombination könnte zur schnellen Ausweitung möglicher Brände führen. Die Behörden erwarten, das Feuer nicht vor dem 7. November vollständig eingedämmt zu haben.

In Südkalifornien wütete das "Tick"-Feuer" nahe der Stadt Santa Clarita. Zwischenzeitlich mussten 40.000 Menschen ihre Häuser verlassen, viele konnten nach kurzer Zeit aber wieder zurückkehren. Bei dem Brand rund 50 Kilometer nördlich von Los Angeles sind bislang 16 Gebäude zerstört und 18 weitere beschädigt worden. Rund 10.000 Bauwerke gelten weiterhin als gefährdet. Eine Fläche von mehr als 18 Quadratkilometern wurde verkohlt. Mehr als 900 Helfer waren Sonntagabend zur Bekämpfung dieses Feuers im Einsatz. Weder beim "Kincaid"- noch beim "Tick"-Feuer wurden bis Sonntagfrüh Tote oder Verletzte gemeldet.

Drei Millionen Menschen ohne Strom

Auch im mexikanischen Bundesstaat Baja California – mehrere Hundert Kilometer weiter im Süden – wüteten Waldbrände. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ensenada an der Pazifikküste, wie Mexikos Zivilschutzbehörde am Samstag mitteilte. Am Freitag waren bei Bränden in der Region drei Menschen ums Leben gekommen, vier wurden verletzt. Hunderte Soldaten waren zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr begann der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) am Samstagabend, fast einer Million Haushalte, das entspricht rund drei Millionen Menschen, in Nord- und Zentralkalifornien den Strom abzustellen. 940.000 Kunden müssen nach Angaben von PG&E bis Montag ohne Elektrizität auskommen – 90.000 mehr als zunächst geplant.

"Jahrelanges Missmanagement"

Bei starken Winden droht die Gefahr, dass Strommasten umstürzen oder Äste Leitungen abreißen und somit Feuer auslösen. Der Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im November vergangenen Jahres 85 Menschen das Leben gekostet hatte, soll durch defekte Stromleitungen verursacht worden sein.
 

 
Gouverneur Newsom warf dem privaten Versorger PG&E vor, die Blackouts seien das Ergebnis von "jahrelanger Gier, jahrelangem Missmanagement". PG&E habe es versäumt, seine Anlagen zu modernisieren und sicherer zu machen, etwa durch Investitionen in unterirdische Kabel. Newsom kündigte an, das Unternehmen für die wirtschaftlichen Schäden und für die Kosten zur Kasse zu bitten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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