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Merkel fordert "Kultur des Hinsehens"

Kindstötungen  

Merkel fordert "Kultur des Hinsehens"

06.12.2007, 18:18 Uhr | dpa

Kinderspielzeug liegt am Tatort in Darry (Foto: dpa) (Quelle: dpa)Kinderspielzeug liegt am Tatort in Darry (Foto: dpa) (Quelle: dpa) Die neuen Fälle von Kindstötungen in Plön und Plauen haben in Deutschland Bestürzung ausgelöst. "Diese unfassbaren Fälle gehen unter die Haut", sagte Kanzlerin Angela Merkel und forderte eine "Kultur des Hinsehens" in Deutschland. Dabei seien nicht nur Bund, Länder und Kommunen gefordert. "Kinder in Not gehen uns alle an." Auch Familienministerin Ursula von der Leyen forderte mehr Wachsamkeit in der Nachbarschaft. "Wir müssen uns auch als Gesellschaft verantwortlich dafür fühlen, nicht wegzuschauen, wenn Familien verzweifelt und überfordert sind", sagte die CDU-Politikerin.

Foto-Serie Familiendrama bei Plön
Foto-Serie Tote Babys in Plauen gefunden
Kritik an Gesellschaft Kinder nur noch Störenfriede


Psychische Erkrankung war bekannt
Die Polizei hatte zuvor im schleswig-holsteinischen Dorf Darry bei Plön fünf getötete Jungen im Alter von drei bis neun Jahren und in Plauen die verwesten Leichen dreier lebensfähiger Babys entdeckt. Der Fall in Darry zeigt, dass behördliche Aufsicht alleine nicht ausreicht. Die Mutter der erstickten Jungs war dem seit August vom Sozialdienst des Kreises Plön betreut worden. Bei einem Hausbesuch habe es "deutliche Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung" gegeben, berichtete der Plöner Landrat Volkram Gebel am Donnerstag. Den Hinweis habe einer der beiden Väter der Kinder gegeben. Er habe von religiösen Fantasien der 31-Jährigen berichtet. Es sei aber keine akute Gefahr festgestellt worden. Der Mann, der den Hinweis gab, habe bis einen Tag vor der Tat in dem Haus in Darry gelebt, hieß es.

Hintergrund Warum Mütter ihre Kinder töten
Chronologie Getötete Kinder in Deutschland

Vollkommen schuldunfähig
Die Mutter hatte die Tat am Mittwoch in der psychiatrischen Klinik Neustadt selbst gemeldet. Der behandelnde Arzt informierte die Mordkommission. "Wir beschuldigen die Mutter des fünffachen Mordes, allerdings im Zustand der vollständigen Schuldunfähigkeit", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Die Frau solle dauerhaft in der Psychiatrie bleiben. Auslöser für die Tragödie waren nach Meinung des Wiesbadener Kriminalpsychologen Rudolf Egg schwere psychische Störungen der Mutter. "Der Versuch, das normalpsychologisch zu erklären, scheitert", sagte Egg. "Es gibt einfach Dinge, die brechen von einem Moment auf den anderen durch, ohne dass man das noch vernünftig erklären kann."


In Darry im Kreis Plön wurden die toten Kinder gefunden (Quelle: google earth)In Darry im Kreis Plön wurden die toten Kinder gefunden (Quelle: google earth) "Sicherheit wird es nie geben"
Fast 26.000 Kinder wurden 2006 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland aus ihren Familien geholt, weil ihnen nach Meinung der Behörden Gefahr drohte. "So etwas wie eine absolute Sicherheit wird es aber sicherlich nie geben", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Paula Honkanen-Schoberth. Das Risiko ließe sich lediglich minimieren, wenn schnell Hilfe käme. Es gebe allerdings "ein gesellschaftliches Grundproblem damit, dass Kinder in die Ecke geschoben und als Störenfriede wahrgenommen werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins Deutsche Kinderhilfe Direkt, Georg Ehrmann, dem Bayerischen Rundfunk. Die Fälle in Sachsen und Schleswig-Holstein seien keine Einzelfälle, sondern wiesen auf eine "Strukturkrise" in Deutschland hin.

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