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Schwere Versäumnisse vor Tod von Lea-Sophie

Jugendamt in Schwerin  

Schwere Versäumnisse vor Tod von Lea-Sophie

10.01.2008, 16:40 Uhr

Kerzen brennen vor dem Haus in Schwerin, in dem die fünfjährige Lea-Sophie verhungerte (Quelle: ddp) Dem Jugendamt Schwerin sind im Fall Lea-Sophie nach Informationen der "Schweriner Volkszeitung" schwere Pannen unterlaufen. Dem Bericht zufolge hätten Angehörige bereits vor einem Jahr beim Jugendamt um Hilfe für das Mädchen gebeten. Auch anonyme Hinweise auf das Martyrium der Fünfjährigen sollen dem Jugendamt vorgelegen haben. Doch die Mitarbeiter sollen die Dienstvorschriften des Jugendamtes übergangen haben.

Foto-Serie Fünfjährige in Schwerin verhungert
Hintergrund Verhungern und Verdursten

Großeltern schlugen Alarm
Dem Bericht der Zeitung zufolge haben die Großeltern das Jugendamt 2006 mehrfach auf Lea-Sophies Zustand aufmerksam gemacht: Das Mädchen habe "Angst" und "igele sich ein", ihre "sprachliche Entwicklung" sei "verzögert", sie wiege "nur etwa zehn Kilogramm" und sei "nicht zu ärztlichen Untersuchungen gebracht" worden.

Konkrete Dienstanweisung
Das sind auch die Worte, die sich in der Dienstanweisung des Jugendamtes finden. Diese legt konkret fest, was bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu tun ist: "Jede Mitteilung, die Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung enthält, ist schriftlich aufzunehmen und zu unterschreiben. Damit entsteht ein Fall, der unverzüglich zu bearbeiten ist. Es folgen Hausbesuch und Bewertung der Mitteilung", heißt es dort.

Keine Absprache
Doch die drei mit dem Fall befassten Mitarbeiter sollen sich lediglich Notizen gemacht haben. Der "Schweriner Volkszeitung" zufolge sprachen sie sich weder miteinander ab, noch legten sie eine Fallakte zu Lea-Sophie an. Der von der Schweriner Stadtvertretung eingesetzte Untersuchungsausschuss wird nun klären müssen, ob die Mitarbeiter fahrlässig über Warnhinweise hinweggegangen sind oder einfach die eigenen Vorschriften nicht kannten.

Eltern in U-Haft
Lea-Sophie war mit nur fünf Jahren im November 2007 qualvoll verhungert. Ihre Eltern sitzen derzeit in Untersuchungshaft

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