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18-jähriger Verdächtiger bestreitet die Tat

Schülerin in Asche erschlagen  

18-jähriger Verdächtiger bestreitet die Tat

21.04.2008, 12:57 Uhr | Spiegel Online

Von Jörg Diehl

Kriminalbeamte am Sonntag vor einem Haus in Asche (Quelle: ddp) Asche - Seit anderthalb Jahren ist der Landwirtschaftsmeister Walter Klinge Bürgermeister in dem niedersächsischen 350-Seelen-Ort Asche und daher öffentliche Reden gewohnt. Doch jetzt ringt er um Worte. "Wir sind schockiert." Pause. "Platt." Pause. "Vollkommen fertig." Schweigen.

Foto-Serie Grausame Tat in Asche

Rentner fand die Leiche

Das Ereignis, das dem CDU-Politiker die Sprache raubt, könnte schrecklicher kaum sein. Am Sonntagmorgen, es war gegen 9.35 Uhr, entdeckte ein Rentner auf dem Weg zu seinem Auto die Leiche der 17-jährigen Denise L. Sie lag in einem Kellereingang am Rande einer kleinen Stichstraße, die Vor dem Dorfe heißt - keine 100 Meter von dem Gemeinschaftshaus entfernt, in dem die aus dem benachbarten Gladebeck stammende Schülerin den Abend hindurch getanzt hatte.

Disco in Begleitung verlassen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen verließ das Opfer die Dorfdisco mit einem 18 Jahre alten Bekannten - ohne Jacke und Personalausweis. Denise kehrte nicht zurück.

Das Mädchen wurde im niedersächsischen Asche ermordet (Foto: T-Online)Das Mädchen wurde im niedersächsischen Asche ermordet (Foto: T-Online)

Verdächtiger streitet alles ab

Noch am Sonntagabend wurde der Arbeitslose, der aus Asche stammt, in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. Im Keller des Hauses hatten die Ermittler zuvor frisch gewaschene Turnschuhe gefunden, deren Abdrücke mit denen am Tatort übereinstimmten. Außerdem hatte der 18-Jährige nach Angaben der Ermittler Kratzspuren im Gesicht und an den Händen. "Der Verdächtige bestreitet die Tat", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick. Dennoch wird er am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt.

Keine Hinweise auf Sexualverbrechen

"Das Opfer starb durch massive Gewalt gegen den Kopf", wie der Sprecher der Polizei Northeim, Michael Neufeld, sagte. Demnach wurde Denise mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen. Hinweise auf ein Sexualdelikt gibt es nach Angaben der Polizei nicht. Das Mädchen sei vollständig bekleidet gewesen, auch Wertsachen seien offenbar nicht entwendet worden.

Über 100 Personen werden befragt

Die 25-köpfige Mordkommission werde nun unter anderem versuchen, sämtliche Besucher der Discoveranstaltung zu befragen, sagte Polizeisprecher Neufeld. Ziel soll sein, die Beziehung zwischen Opfer und mutmaßlichem Täter aufzuklären und so ein mögliches Motiv zu finden. Im Dorfgemeinschaftshaus hatten sich am Samstagabend weit mehr als 100 Personen aufgehalten. Vorwiegend handelte es sich dabei um Jugendliche aus der näheren Umgebung. Bisher sei nichts von irgendwelchen Auseinandersetzungen während der Party bekannt geworden, hieß es.

"Kein Ärger auf dem Fest

"Die Stimmung war gut. Es gab keinen Ärger auf dem Fest", sagte auch Bürgermeister Klinge. "Die Jugendlichen freuen sich doch, wenn hier mal etwas los ist." Seinen Angaben zufolge will am Abend die Dorfgemeinschaft, bestehend aus Ortsrat und Vertretern der Vereine, über den Fall Denise und seine Folge beraten. "Asche wollte sich zu einem Wettbewerb anmelden. Ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt noch einen Sinn hat", so Klinge. Die Konkurrenz heiße übrigens "Unser Dorf hat Zukunft."

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