Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Skelettfunde in Kassel: Experten gehen von Typhus-Opfern aus

Rätsel um Kasseler Skelette gelöst  

Experten gehen von Typhus-Opfern im Jahr 1814 aus

27.08.2008, 08:51 Uhr | dpa

Ermittler fotografieren einen der Totenschädel auf der Kasseler Baustelle (Quelle: dpa)Ermittler fotografieren einen der Totenschädel auf der Kasseler Baustelle (Quelle: dpa) Das Rätsel um die im Januar in Kassel gefundenen Skelette ist gelöst: Die Menschen wurden vermutlich Opfer einer Typhus-Epidemie im Jahr 1814. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag in Kassel veröffentlichten.

Die Vermutung von Historikern sei durch eine Altersbestimmung der Knochen mit der Radiokarbonmethode erhärtet worden. Zudem sprächen zahlreiche weitere Hinweise für diese Theorie.

Foto-Serie Rätselhafte Skelettfunde in Kassel
Skelette in Kassel Auch Knochen von Frauen dabei

Skelette auf Baustelle entdeckt

Im Januar waren auf einer Baustelle auf dem Gelände der Kasseler Universität die Überreste von mehr als 60 Menschen gefunden worden. Die meist gut erhaltenen Skelette waren zum größten Teil systematisch beigesetzt worden; Grabbeigaben, Kleiderreste oder Ähnliches fand man jedoch nicht. Die Vermutung, es handele sich um Bombenopfer oder Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde schnell verworfen. Die Herkunft der Skelette hatte monatelang für Rätselraten gesorgt.

Kein Massengrab

Das Abschlussgutachten stützt sich auf Untersuchungen der Universitäten Gießen, Erlangen und Frankfurt. Demnach waren an den meist männlichen Skeletten keine Spuren von Gewalt gefunden worden. Auch Zahnbehandlungen fehlten, was auf eine Zeit deutlich vor dem Zweiten Weltkrieg hindeutete. "Die Alters- und Geschlechtsverteilung bei den Skeletten ließ allerdings einen militärischen Kontext vermuten", hieß es. Es handele sich aber nicht um ein Massengrab. Vermutlich wurden nur in kurzer Zeit viele Menschen auf begrenztem Raum beigesetzt.

Tod zwischen 1721 und 1816

In der Nähe des Fundorts sollen sich vor 200 Jahren eine Kaserne und ein Lazarett befunden haben. Bei einer Typhus-Epidemie 1814 sei das Lazarett zu klein geworden und auf die Kaserne ausgedehnt worden. Wegen der Epidemie sollen sehr viele Menschen gestorben sein, die innerhalb kurzer Zeit bestattet werden mussten. Das ermittelte Radiokarbonalter von "195 plus/minus 41 Radiokarbonjahren" passe in diesen Zusammenhang. "Mit einer 79,1-prozentigen Gewissheit ist die Person vor 1879 verstorben, wobei am ehesten ein Todeszeitraum zwischen 1721 und 1816 in Betracht kommt", heißt es im Abschlussbericht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUniceftchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal