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Amoklauf von Winnenden: Amokläufe laut Experten nicht zu verhindern

Nach dem Massaker von Winnenden  

Amokläufe laut Experten nicht zu verhindern

13.03.2009, 14:49 Uhr | dpa, dapd

Nach dem Amoklauf von Winnenden lehnen viele Politiker und Experten Forderungen nach Gesetzesverschärfungen aber auch nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen an Schulen ab. Wirklich zu verhindern seien solche Taten durch härtere Gesetze ohnehin nicht, heißt es.

Man sei wieder einmal in der Situation, "dass wir erkennen müssen, dass es letzte Sicherheit nicht gibt; dass man nicht alles einfach abwenden kann", so der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk.


Foto-Serie Amoklauf in Winnenden


"Mehr Polizeipräsenz erhöht eher das Risiko"

Amokläufe wie im baden-württembergischen Winnenden sind auch nach Überzeugung des Kriminologen Christian Pfeiffer nicht zu verhindern. "Wir können uns um Außenseiter kümmern, um Jugendliche, die in Krisensituationen sind. Aber verhindern können wir Amokläufe nicht", sagte der Leiter des Kriminologischen Instituts in Hannover der "Wetzlarer Neuen Zeitung". Ein Innenminister, der behaupte, mit mehr Polizei an Schulen ließen sich solche Taten verhindern, liege falsch. "Mehr Polizeipräsenz erhöht eher noch das Risiko von Amokläufen", so Pfeiffer.

Rau: Schulen können keine Festungen werden

Zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen an den Schulen sagte Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) am Donnerstag im ZDF: "Schulen sind das Herz einer offenen Gesellschaft. Deswegen können wir sie nicht zu Festungen ausbauen." In den Schulen gebe es in Abstimmung mit den Kommunen bereits heute unterschiedliche Kontrollmaßnahmen. Eine Debatte über zusätzliche Vorkehrungen solle aber trotzdem geführt werden.

Metalldetektoren nicht sehr sinnvoll

Technische Einlasskontrollen, wie zum Beispiel Chipkarten verbunden mit dem Schülerausweis, hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ins Gespräch gebracht. "Metalldetektoren und Kameras zur Videoüberwachung zu installieren, halte ich nicht für sehr sinnvoll", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, am Donnerstag zu "Handelsblatt.com". "Das gaukelt eine Sicherheit vor, die es nicht gibt. Außerdem schafft eine solche Installation ein Big-Brother-Klima, das nicht gut ist für eine Einrichtung, in der sich Heranwachsende frei entfalten sollen."

Lehrerverband: mehr Streitschlichter ausbilden

Der Deutsche Lehrerverband forderte mehr psychologisches Personal an Schulen. Auch die Ausbildung von Streitschlichtern unter den Schülern sowie Deeskalationstrainings seien geeignete Maßnahmen, sagte der Verbandsvorsitzende Josef Kraus der "Neuen Presse". Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, bezweifelte in der ARD-Sendung "Hart aber fair" allerdings den Nutzen von mehr Schulpsychologen, weil sie für gefährdete Schüler Fremde seien, denen diese sich kaum öffnen würden.


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