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BKA: Erfolg versprechende Hinweise auf Kinderschänder

Kinderpornografie  

BKA: Erfolg versprechende Hinweise auf Kinderschänder

06.08.2009, 21:07 Uhr | dpa, dapd, AFP

Das BKA sucht diesen Mann. Er soll Kinder sexuell missbraucht haben. (Foto: BKA)Das BKA sucht diesen Mann. Er soll Kinder sexuell missbraucht haben. (Foto: BKA)

Die öffentliche Fahndung nach einem mutmaßlichen Kinderschänder hat binnen eines Tages mindestens 25 Hinweise aus der Bevölkerung erbracht. Diese seien durchaus "Erfolg versprechend", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen. Das mit der Fahndung Bundeskriminalamt (BKA) werde allen Hinweisen mit Nachdruck nachgehen, sagte eine Sprecherin in Wiesbaden.

Den Fahndern war es bisher nicht gelungen den mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Daraufhin hatte die ermittelnde Gießener Staatsanwaltschaft hatte eine öffentliche Fahndung eingeleitet. Ein erster Aufruf wurde am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" veröffentlicht. Zum Inhalt der bis Donnerstagnachmittag eingegangenen Hinweise äußerte sich der Sprecher der Ermittlungsbehörde nicht: "Wir wollen die Ermittlungen nicht gefährden."



Täter war gewalttätig

Die Staatsanwaltschaft Gießen wirft dem bislang unbekannten Mann mehrfachen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Videos vor. Teilweise soll der Täter Gewalt eingesetzt haben.

Weiterer Missbrauch möglich

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Videos vor allem im Jahr 2006 von dem Mann aufgenommen und im Internet verbreitet wurden. Die Opfer sind heute vermutlich acht bis zehn Jahre alt. "Das BKA schließt den fortgesetzten und noch andauernden Missbrauch auch weiterer Kinder durch den gleichen Täter nicht aus", teilte die Behörde mit. Möglicherweise ist der Mann mit den Opfern verwandt, eventuell auch die Kinder untereinander.

42 Videos sichergestellt

Der Gießener Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner sagte, die aus der Bevölkerung eingegangenen Hinweise würden abgearbeitet. Er machte zu den Inhalten keine Angaben. Die Ermittler bekamen nach seinen Angaben 40 der 42 Videos von einem Zeitungsjournalisten zugespielt, zwei Aufnahmen wurden auf einem Computer nach einer Durchsuchung gefunden. Laut Hübner wurden die Filme offensichtlich von Norwegen aus ins Netz gestellt und in geschlossenen Netzwerken verbreitet. "Das ist nichts Neues", sagte er. Man habe auch schon Videos aus Australien bekommen.

Stimmproben im Netz

Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war der Mann 35 bis 45 Jahre alt und wurde in einem Video "Christoph" genannt. Er ist Raucher, zwischen 1,75 und 1,85 Meter groß, von normaler Statur, hat dunkelblonde Haare und einen Bauchansatz. Bilder, Videos und Stimmproben können auf der BKA-Website bka.de abgerufen werden.

Fahndungsfotos von Zimmern

Neben Hinweisen auf den Verdächtigen erhofft sich das BKA Informationen zu den drei Räumen, in denen die Missbrauchsvideos aufgezeichnet wurden. Auffallend ist eine "lebensgroße, dreidimensionale Clownfigur" im Wohnzimmer. Ein anderes Zimmer ist mit einer Dinosaurier-Tapete tapeziert. In einem dritten Raum hängen präparierte Hirschköpfe an der Wand; ein Modellsegelschiff steht im Wandregal. Ob sich die Zimmer in derselben Wohnung befinden, sei unklar, teilte das BKA mit.

5000 Euro Belohnung

Zur Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0611-5513104 oder jeder anderen Polizeidienststelle entgegengenommen.

Hinweise zu weiteren Entführungsfällen

In der "XY"-Sendung bat die Polizei auch um Hinweise zu einem Entführungsfall in einer Jugendherberge in Rheine in Westfalen im Juni. Dabei entführte ein unbekannter Täter einen elfjährigen Jungen, der sich aber befreien konnte. Die Polizei vermutet, dass es sich um denselben Mann handelt, der seit Anfang der 90er Jahre Dutzende von Jungen missbrauchte und einige sogar ermordete. Nach der Ausstrahlung überprüfte die Steinfurter Kriminalpolizei 40 Hinweise. Dabei hätten sich neue Ermittlungsansätze ergeben. "Von einer heißen Spur zu sprechen, ist im Moment aber verfrüht", erklärte die Ermittlerin Heike Piepel.


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