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Fahndung nach mutmaßlichem Kinderschänder offenbar ein Irrtum

Kriminalität  

Fahndung nach mutmaßlichem Kinderschänder ein Irrtum

16.09.2009, 16:51 Uhr | dpa

Mit diesem Bild suchte das BKA einen - bereits verurteilten - Kinderschänder (Foto: BKA)Mit diesem Bild suchte das BKA einen - bereits verurteilten - Kinderschänder (Foto: BKA)

Die Öffentlichkeitsfahndung der Polizei nach einem Kinderschänder hat offenbar auf einem Irrtum beruht: Zwar nahmen die Ermittler nach Angaben der Bundeskriminalamts (BKA) in der Nacht zum Mittwoch den Gesuchten in Mecklenburg- Vorpommern fest, der 66-Jährige war jedoch bereits 1994 für die per Video aufgenommenen Taten verurteilt worden, wie der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht von bild.de. Laut Lückemann wurde der geistig eingeschränkte Mann damals in einer Psychiatrie untergebracht und lebt heute in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.

Video entstand vor Verurteilung

Dem Rostocker Oberstaatsanwalt zufolge durchsuchten in der Nacht zum Mittwoch Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft die Räume des 66-Jährigen, fanden aber keine neuen Beweismittel. Das vom BKA für die Öffentlichkeitsfahndung benutzte Video sei vor der Verurteilung entstanden, sagte Lückemann. "Dass es sich um eine neue Straftat handelt, können wir ausschließen."

Mysteriöse Veröffentlichung

Der verurteilte Kinderschänder besitze nicht mal mehr einen Computer. Wie das Video erneut ins Netz gelangt sei, wisse er nicht. Es sei von einer Erfurter Adresse aus ins Internet gestellt worden und habe dann die Öffentlichkeitsfahndung ausgelöst.

Jungen am FKK-Strand angesprochen

Zuvor hatten Bundeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Gießen die Identifizierung und Festnahme des Mannes vermeldet, ohne allerdings Details zu nennen. Auf dem 1993 entstandenen Video ist der Mann zu sehen, wie er zwei Jungen im Alter von elf bis 15 Jahren an einem FKK-Strand zu sexuellen Handlungen auffordert und dabei filmt. Das BKA hatte Ausschnitte dieses Videos und Stimmproben veröffentlicht. Die Ermittler warfen dem Mann schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, die Herstellung kinderpornografischer Schriften sowie deren Besitz und Verbreitung vor.

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