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Natascha Kampusch: Schwerer Weg zurück ins Leben

Fall Natascha Kampusch  

Schwerer Weg zurück ins Leben

15.12.2009, 08:30 Uhr | dpa

Natascha Kampusch: Der Weg zurück ins Leben ist schwer (Foto: AP)Der Weg zurück ins Leben ist für Natascha Kampusch schwer (Foto: AP) Das Entführungsopfer Natascha Kampusch hat knapp dreieinhalb Jahre nach ihrer Flucht aus der Gefangenschaft weiter große Probleme, ins normale Leben zurückzufinden. "Ich lebe ganz zurückgezogen und zeige mich kaum in der Öffentlichkeit", sagte die 21-Jährige bei der Vorstellung einer TV-Dokumentation über die acht Jahre im Verlies ihres Entführers Wolfgang Priklopil. Dieser hatte sich nach der Flucht von Kampusch umgebracht.

Die Aufarbeitung der Gefangenschaft dauert offensichtlich noch an. Demnächst wird Kampusch zum ersten Mal die Mutter ihres Peinigers treffen. "Ich bin der Frau Priklopil noch nicht begegnet", aber mittlerweile habe sie von dem Wunsch nach einem Treffen erfahren. "Ich denke, in den nächsten zwei Monaten wird ein Kontakt zustande kommen. Ich bin ganz gespannt, wie das verlaufen wird."

Verlies wird zugeschüttet

Das alte Familienhaus der Priklopils, in dessen Keller sie achteinhalb Jahre gefangen war, hat Kampusch als Teil einer Entschädigung übernommen, und "die Frau Priklopil wollte ihr Drittel am Haus auch nicht mehr behalten". Die Zukunft des Gebäudes sei ungewiss, nur eines klar: "Das Verlies wird zugeschüttet."

Anfeindungen in Österreich

In ihrer österreichischen Heimat schlage ihr viel Missgunst und Aggressivität entgegen, die Medien seien penetrant, berichtete Kampusch. "Ein österreichischer Journalist hätte gleich etwas Unangenehmes, Intimes gefragt", im Unterschied zur recht ruhigen und geordneten Pressekonferenz in Hamburg, sagte sie. Andere zu kritisieren und schlecht zu machen, "das ist so eine Wiener Mentalität". Dennoch wolle sie dort bleiben: "Wien ist doch irgendwie meine Heimatstadt", sagte Kampusch. "Und trotz der ganzen Anfeindungen und der unfreundlichen Leute mag ich Wien sehr gerne."

Schwierig, echte Freunde zu finden

Hat sie mittlerweile echte Freunde? "Das ist natürlich auch sehr schwer", antwortet die 21-Jährige. Sie habe ja keine normale Sozialisation gehabt, in der sie Freundschaften aufbauen konnte, aber: "Ich hab' schon fast so Leute, die man als Freunde bezeichnen könnte, gewonnen." Und dann sei da noch ihre Familie: "Ich habe regelmäßigen Kontakt zu meiner Familie, aber nicht zu eng." Sie lebt allein in einer Wohnung in Wien. Jeder Mensch sollte auf eigenen Füßen stehen, sagte Kampusch, die sich nicht gerade begeistert zeigte, als ihre Mutter vor zwei Jahren ein Buch über die Zeit ohne ihre Tochter veröffentlichte.

Über acht im Verlies

Natascha Kampusch war im Alter von zehn Jahren auf dem Weg zur Schule entführt und verschleppt worden. Die nächsten achteinhalb Jahre lebte sie in einem Kellerverlies und unter strenger Aufsicht im Haushalt des Entführers Wolfgang Priklopil. Am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht; wenige Stunden später nahm sich der Kidnapper das Leben. Der Fall sorgte für einen riesigen Medienrummel.

Die Zukunft ist ungewiss

Kampuschs Zukunft scheint ähnlich ungewiss wie ihre Gegenwart: "Das ist eine sehr schwere Frage", antwortet sie, und nach einer Pause fügte sie hinzu: "Ich hab' offen gestanden noch überhaupt keine Ahnung, wie sich mein Leben weitergestalten wird." Nach einem kurzen Intermezzo beim Fernsehen, wo sie eine eigene Talkshow namens "Natascha Kampusch trifft" moderierte, konzentriere sie sich jetzt voll auf ihre Schulausbildung: "Ich werde wahrscheinlich dieses Jahr noch abschließen" - dann hat sie den Mittelstufenabschluss.

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