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"Titanic": Empörung über Cover zu Missbrauch-Skandal

Empörung über "Titanic"-Cover zu Missbrauchskandal

09.04.2010, 08:39 Uhr | t-online.de

Das aktuelle Cover der Satire-Zeitschrift "Titanic" sorgt für einen Sturm der Entrüstung. Nach einem Bericht des Medienmagazins "DWDL.de" beschäftigt das Titelbild, das den Missbrauchskandal der katholischen Kirche karikiert, jetzt auch den Deutschen Presserat und die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Das gemalte Cover zeigt einen katholischen Priester vor einem Kruzifix. Den Priester sieht man von hinten, sein Gesicht befindet sich in Höhe des Genitalbereichs des Gekreuzigten. Jesus selbst hat einen erröteten Kopf. Der Titel lautet: "Kirche heute".

Strafanzeige gegen Redakteure

Die Idee zu der Gestaltung der April-Ausgabe stammt von Titanic-Redakteur Stephan Rürup, illustriert wurde sie von dem Münchener Maler Rudi Hurzlmeier. Rund 100 Beschwerden seien gegen die satirische Zeichnung mittlerweile beim Deutschen Presserat eingegangen. Moniert wird eine Verletzung der Ehre und der religiösen, weltanschaulichen und sittlichen Überzeugungen sowie eine Diskriminierung von Anhängern einer religiösen Gruppe. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main sind zwei Strafanzeigen gegen die verantwortlichen Redakteure der Zeitschrift eingegangen.

Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft?

Das Onlinemagazin "Meedia" berichtet, dass beide Strafanzeigen den Vorwurf der Volksverhetzung erheben würden. Die Staatsanwaltschaft prüfe jedoch nur einen möglichen Verstoß gegen die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen. Oberstaatsanwalt Jörg Claude teilte mit, dass in der nächsten Woche über ein Ermittlungsverfahren entschieden werde, er aber nicht mit einer Einleitung des Verfahrens rechne.

Zeitschrift weiter am Kiosk

Ein Versuch, die Auslieferung der Zeitschrift per einstweiliger Verfügung stoppen zu lassen, dürfte eher unwahrscheinlich sein, berichtet "DWDL.de". Entsprechende Anträge seien derzeit nicht bekannt. Da die Karikatur die katholische Kirche generell ins Visier nimmt, dürfte es für einen gläubigen Christen, der sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt sieht, eher schwierig werden, einen zivilrechtlichen Anspruch geltend zu machen. Auch eine Einziehung des Titels durch die Staatsanwaltschaft dürfte derzeit eher nicht im Raum stehen.

"Ich kann nur für Sie beten"

Die Satire-Zeitschrift selbst sieht die ganze Angelegenheit eher entspannt - trotz einiger wütender Reaktionen. Auf der Homepage veröffentlichte die Redaktion Mitschnitte von Anrufern, die teilweise mit einer Klage drohen. Ein "gewisser Herr S. aus H." beschimpft die Redakteure und beendet das Telefonat damit: "Sie sind ein Schwein und bleiben ein Schwein. Ich kann nur für Sie beten".

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