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Treberhilfe Berlin: Chef schwelgte im Luxus - auf Kosten der Obdachlosen

Schwelgen im Luxus - auf Kosten der Obdachlosen

12.04.2010, 09:00 Uhr | Spiegel Online

Fast 80.000 Euro für Sauna und Whirlpool, Tausende Euro für Feinkost: Harald Ehlert, ehemaliger Chef der Treberhilfe, lebte in Saus und Braus - und das auf Kosten seiner Obdachlosenbetreuung. Für seine Villa-Wohnung zahlte er nach Information des "Spiegel" nur eine geringe Miete.

Die Lebensumstände des zurückgetretenen Berliner Treberhilfe-Chefs Harald Ehlert waren noch luxuriöser als bislang bekannt. Das ergibt sich nach "Spiegel"-Information aus einem vorläufigen 600-Seiten-Bericht, der der Staatsanwaltschaft Berlin vorliegt.

Leben wie ein Fürst

Danach wurde auf Kosten von Ehlerts Obdachlosenbetreuung eine Dienstvilla im brandenburgischen Caputh aufwendig renoviert: Für 78.616 Euro wurden Sauna, Hamam und Whirlpool eingebaut, Bootshaus und Steg der See-Villa wurden für 152.818 Euro verschönert. Zum Dienstpersonal gehörten ein Fahrer, eine Sekretärin und zwei Haushälterinnen - alle überwiegend von der Treberhilfe bezahlt.

Gartenpavillon für 650.000 Euro

Rechnungen aus einem Feinkostgeschäft gingen ebenfalls auf das Konto der Obdachlosenhilfe. Allein im vergangenen Jahr fielen unter anderem für Jakobsmuschelfleisch und Hummer mindestens 5000 Euro an. Ehlert zahlte für Bootshaus und Wohnung in der Villa zuletzt eine Miete von gut 870 Euro und musste sich im Haupthaus nicht zwingend stören lassen: Die Kurse für seine Sozialarbeiter fanden in der Regel in einem für 647.382 Euro im Garten errichteten "Seminarpavillon" statt. Ehlert wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Dienstwagen von Maserati

Gegen die Treberhilfe ermittelt die Staatsanwaltschaft, nachdem die Berliner Sozialsenatorin Carola Bluhm und die Diakonie Anzeige erstattet hatten. Laut Anklagebehörde gibt es einen Anfangsverdacht der Untreue. Ehlert wird vorgeworfen, öffentliche Mittel zweckentfremdet zu haben. So fuhr er jahrelang als Dienstwagen einen Luxuswagen der Marke Maserati. Außerdem soll er den Mitarbeitern nach CDU-Angaben zu wenig Lohn gezahlt haben.

Selbstbedienungsmentalität der Chefs

Bluhm kritisierte den Sozialträger scharf. Die Treberhilfe habe ein "unmögliches Geschäftsgebaren, das jede Aufklärung verhindert", sagte sie dem "Tagesspiegel". Die "Selbstbedienungsmentalität" in der Leitungsebene sei offensichtlich. Die Arbeit der 280 Mitarbeiter dürfe dessen ungeachtet aber nicht diskreditiert werden, fügte Bluhm hinzu. Der Berliner Sozialverwaltung liegen laut der Zeitung Informationen über mangelhafte Arbeit bei der Treberhilfe vor. Bis Ende kommender Woche solle der Verein eine Stellungnahme abgeben.

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