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Chile: Proteste bei Beerdigung von Sektenchef Schäfer

Chile  

Proteste bei Beerdigung Schäfers in Chile

26.04.2010, 10:36 Uhr | dpa, dpa

Bei der Beerdigung des früheren Chefs der berüchtigten Deutschen-Siedlung Colonia Dignidad, Paul Schäfer, ist es am Sonntag zu Protesten gekommen. "Mörder, Mörder", riefen Anwohner, als der Sarg Schäfers aus einer Kapelle in der Hauptstadt Santiago gebracht wurde. Andere bewarfen den Leichenwagen mit Erde.

Schäfer, der am Vortag im Alter von 88 Jahren an Herzversagen in einem Gefängnishospital der Hauptstadt gestorben war, wurde auf dem Friedhof Parque del Recuerdo Cordillera in dem Stadtteil Puente Alto von Santiago beigesetzt. Die Bewohner der früheren sektenartigen Colonia Dignidad im Süden Chiles, die heute Villa Baviera (Bayerisches Dorf) heißt, hatten eine Beerdigung auf dem Gelände des riesigen, von Schäfer Anfang der 1960er Jahre gegründeten Gutes strikt abgelehnt. Dort hatte der Laienprediger Schäfer bis etwa Anfang der 1990er Jahre despotisch über die etwa 300 Siedler geherrscht.

Missbrauch, Folter und Mord

Wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wurde er zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Landwirtschaftssiedlung wurde während der Pinochet-Diktatur (1973-1990) auch von der Geheimpolizei Dina für Folter und Mord benutzt. Wegen seiner Beteiligung an diesen Verbrechen war Schäfer ebenfalls verurteilt worden. Die einzige Verwandte Schäfers, seine Adoptivtochter Rebeca, mied jeden Kontakt mit den Medien.

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