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Lynchjustiz am Fleischerhaken schockt den Libanon

Lynchmord schockt Libanon

03.05.2010, 09:51 Uhr | AFP, AFP

Ein Fall von grausiger Lynchjustiz erschüttert den Libanon. "Kein Rechtsstaat kann dieses Geschehen billigen", sagte Justizminister Ibrahim Nadschar, nachdem Dorfbewohner am Donnerstag einen mutmaßlichen Mörder erschlagen und an einem Fleischerhaken aufgehängt hatten.

"Egal, was die Dorfbewohner durchgemacht haben, nichts kann ihre Reaktion rechtfertigen", sagte der Minister. Die Justiz verfüge über die Namen von zehn Beteiligten, die jetzt belangt würden.

Hilflose Polizisten

Am Donnerstag war der Ägypter Mohammed Muslem zu einem Termin in dem Dorf Ketermaja, rund 25 Kilometer südöstlich von Beirut, gebracht worden. Er stand im Verdacht, ein Ehepaar und dessen Enkeltöchter im Alter von sieben und neun Jahren erstochen zuhaben. Bei einem Ortstermin sollte das Verbrechen nachgestellt werden. Doch die Dorfbewohner zerrten den Mann aus dem Polizeiauto, und die Beamten mussten hilflos zusehen, wie er niedergestochen und totgeschlagen wurde.

Die Armee griff ein

Der Tote wurde Filmaufnahmen zufolge bis auf seine Unterhose und Socken entkleidet, der blutüberströmte Leichnam mit Füßen getreten, auf der Motorhaube eines weißen Autos herumgefahren und schließlich mit einem Fleischerhaken an einem Strommast aufgehängt. Dort hing der Tote eine halbe Stunde, während Passanten applaudierten und Fotos mit ihren Handys machten. Schließlich griff die Armee ein und barg den Leichnam.

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