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Anders Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärt - Wurde er sexuell missbraucht?

Breivik für unzurechnungsfähig erklärt - Wurde er sexuell missbraucht?

29.11.2011, 14:28 Uhr | dpa

Anders Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärt - Wurde er sexuell missbraucht?. Anders Behring Breivik wurde überraschend für unzurechnungsfähig erklärt (Quelle: Reuters/dpa)

Massenmörder Anders Breivik ist paranoid schizophren, bestätigen norwegische Ärzte (Quelle: Reuters/dpa)

Der Norweger Anders Behring Breivik kann für die Tötung von 77 Menschen wahrscheinlich nicht vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft in Oslo bestätigte am Dienstag, dass zwei Rechtspsychiater den 32-jährigen Massenmörder "wegen paranoider Schizophrenie" für nicht strafrechtlich zurechnungsfähig erklärt haben. Außerdem sei er als "psychotisch" einzuschätzen. Einer der beteiligten Psychiater, Torger Husby, hatte zuvor gesagt, das Ergebnis sei eindeutig.

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Der zuständige Staatsanwalt Svein Holden gab weiter an, dass Breivik nach Meinung der Psychiater komplett von "bizarren und größenwahnsinnigen Zwangsvorstellungen" beherrscht sei. "Danach kann er nach eigener Auffassung entscheiden, wer leben darf und wer sterben darf", berichtete Holden weiter aus dem 243 Seiten umfassenden Gutachten der Psychiater.

Als Kind sexuell missbraucht?

Breivik hatte sein Verbrechen jahrelang in allen Einzelheiten vorbereitet. Holden sagte weiter, die Rechtspsychiater hätten ihn als jemand geschildert, "der sich für den perfektesten Ritter seit dem Zweiten Weltkrieg hält". Breivik habe in den 13 Gesprächen von insgesamt 36 Stunden Dauer auch vermittelt, dass er sich für einen "zukünftigen Regenten Norwegens halte". Er habe auch menschliche "Zuchtprojekte mit Norwegern in Reservaten" angekündigt.

Der norwegische Rundfunk NRK berichtet unter Berufung auf das Gutachten, Breivik sei als Kind sexuell missbraucht worden. Als er vier Jahre alt war, habe ein Psychologe daher versucht, den Jungen in einer Pflegefamilie unterzubringen.

Breivik hatte am 22. Juli zuerst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und danach ein Massaker auf der Insel Utøya verübt.

Womöglich Einlieferung in psychiatrische Anstalt

Die endgültige Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit trifft das zuständige Gericht. Schließt es sich der Auffassung der Psychiater an, kann Breivik nicht verurteilt, sondern nur per Beschluss auf unbestimmte Zeit in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden.

Sollte die von Gutachtern festgestellte strafrechtliche Unzurechnungsfähigkeit von Behring Breivik abschließend bestätigt werden, werde die Staatsanwaltschaft die Einweisung in eine psychiatrische Anstalt beantragen, sagte die norwegische Staatsanwältin Inga Bejer Engh. Möglich sei dabei eine lebenslange Behandlung in der Anstalt.

Der Prozess gegen Behring Breivik soll im April kommenden Jahres beginnen.

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