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Internetjagd auf Kriegsverbrecher Joseph Kony

Internetjagd auf Kriegsverbrecher Joseph Kony

10.03.2012, 09:41 Uhr | dpa

Internetjagd auf Kriegsverbrecher Joseph Kony. Joseph Kony gilt als Kriegsverbrecher und wird vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht (Quelle: dapd)

Joseph Kony gilt als Kriegsverbrecher und wird vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht (Quelle: dapd)

Eine Internet-Kampagne gegen den blutrünstigen afrikanischen Rebellenführer Joseph Kony entwickelt sich zu einem wahren Phänomen in der Netzwelt: Am Montag veröffentlichte die amerikanische Organisation "Invisible Children" ein Video über den gebürtigen Ugander auf YouTube, bis Freitag klickten bereits mehr als 55 Millionen Menschen weltweit auf den Link.

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Weitere Kampagnen unter dem Titel "Kony 2012" wurden von zahlreichen Internetnutzern auf sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook verfolgt.

Kritik an undifferenzierter Darstellung

Das halbstündige Video soll das Bewusstsein über den vom Internationalen Strafgerichtshofs gesuchten Rebellenführer schärfen - und dazu beitragen, dass Kony noch vor Jahresende gefasst wird. Es wird vermutet, dass Kony sich derzeit mit einer Kerngruppe seiner berüchtigten "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army", LRA) in der Zentralafrikanischen Republik versteckt.

An der Vorgehensweise der US-Lobbygruppe "Invisible Children" regt sich jedoch inzwischen Kritik. So wird moniert, dass sie ein komplexes Thema zu sehr vereinfache. In einer auf ihrer Website veröffentlichten Reaktion räumten die Lobbyisten mittlerweile ein, dass ihr Film tatsächlich viele Aspekte übersehen habe. Allerdings gehe es vielmehr darum, den seit 26 Jahren andauernden Konflikt in "einem leicht verständlichen Format" zu erklären.

Den Haag befürwortet Kampagne

Trotz der inhaltlichen Mängel hält der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, die Kony-Kampagne für einen Segen. "Kony ist schwierig. Er tötet nicht in Paris oder New York. Kony tötet in der Zentralafrikanischen Republik, keinen kümmert das", sagte Moreno-Ocampo. Nach dem Erlass des Haftbefehls gegen Kony im Jahr 2005 sei es schwierig gewesen, ihn in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. "Was diese jungen Leute mit ihren Bemühungen bewegen, ist wunderbar - und genau das, was wir brauchen", so der Chefankläger.

Der blutige Feldzug von Konys Truppe begann in den 1980ern in Uganda, als Kony den Sturz der dortigen Regierung anstrebte. Seitdem seine Miliz vor einigen Jahren aus dem ostafrikanischen Land hinausgedrängt werden konnte, versetzt sie Dörfer in Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan in Angst und Schrecken. Die LRA soll in den vergangenen 26 Jahren zehntausende Menschen verstümmelt oder getötet haben. Sie ist auch für die Entführung und die Rekrutierung von Kindersoldaten bekannt.

Der "Sprecher Gottes" - wie der Afrikaner Kony sich selbst nennt - wird unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

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