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Richter lassen Totschläger vom Alex frei

Richter lassen Totschläger vom Alex frei

26.10.2012, 09:58 Uhr | dpa

Richter lassen Totschläger vom Alex frei. In der Nähe des Berliner Alexanderplatzes (Foto) starb Jonny K. nach einem Überfall einer brutalen Schlägertruppe (Quelle: dpa)

In der Nähe des Berliner Alexanderplatzes (Foto) starb Jonny K. nach einem Überfall einer brutalen Schlägertruppe (Quelle: dpa)

Anderthalb Wochen nach der tödlichen Gewaltorgie am Berliner Alexanderplatz sind zwar gegen zwei Verdächtige Haftbefehle ergangen, der mutmaßliche Haupttäter wurde nach Angaben der "Berliner Morgenpost" am Donnerstagabend trotz eines Geständnisses wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein dritter Verdächtiger (19) entging einem Haftbefehl, da ihm lediglich gefährliche Körperverletzung vorgeworfen werden könne.

Dessen Gewalt habe sich zudem nicht gegen den getöteten Jonny K. gerichtet, sondern gegen einen Begleiter, schreibt die Zeitung weiter und beruft sich auf den Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft prüft demnach, Beschwerde einzulegen.

Haftbefehle ausgesetzt

Gegen einen 21-Jährigen, der sich am Mittwoch wie der 19-Jährige gestellt hatte, erging am Donnerstag zwar Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge. "Der Vollzug wurde jedoch aufgrund seines Geständnisses, seiner sozial-familiären Bindungen und seines Vorlebens außer Vollzug gesetzt", berichtet die Zeitung.

Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt, es werde darüber aber erst später entschieden. Damit sitzt nach wie vor nur ein 19-Jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft.

Verdächtiger in Türkei geflohen?

Weitere Verdächtige aus dem Kreis der Schlägergruppe sind auf der Flucht. Einer der mutmaßlichen Gewalttäter könnte sich laut Staatsanwaltschaft in die Türkei abgesetzt haben.

Den Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 14. Oktober einen 20-Jährigen vor einem Lokal nahe dem Alexanderplatz ohne Anlass so brutal zusammengeschlagen und getreten zu haben, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Die Gewaltattacke hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte: "Wir werden alles daran setzen, auch die restlichen Täter zu bekommen." Der hohe Fahndungsdruck habe sich bereits ausgezahlt. Bei der Polizei gingen bis Donnerstag 45 Hinweise ein.

Die drei gefassten Männer hätten in Vernehmungen eine Tatbeteiligung eingeräumt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft vor der richterlichen Entscheidung. Auf die Frage, ob der in die Türkei geflüchtete mutmaßliche Gewalttäter mit einem Amtshilfeersuchen zurückgeholt wird, sagte Steltner: "Soweit ist es noch nicht."

Trauerfeier für Getöteten

Am kommenden Sonntag können Familie, Freunde und Berliner Abschied von Jonny K. nehmen. Die Trauerfeier, die zunächst dem engen Familien- und Freundeskreis des gebürtigen Thailänders vorbehalten ist, wird als buddhistische Zeremonie gestaltet. Am Tatort hatten viele Berliner Blumen und Kerzen aufgestellt.

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