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Touristin in Indien vergewaltigt: Amerikanerin zeigt Männer an

US-Touristin zeigt Gruppenvergewaltigung an

06.06.2013, 07:02 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Touristin in Indien vergewaltigt: Amerikanerin zeigt Männer an. "Vergewaltigt nicht!": Wie diese Studentin erheben sich viele Inderinnen und fordern ein Ende der ständigen sexuellen Gewalt (Quelle: Reuters)

"Vergewaltigt nicht!": Wie diese Studentin erheben sich viele Inderinnen und fordern ein Ende der ständigen sexuellen Gewalt (Quelle: Reuters)

Wieder ist eine Indien-Touristin Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden. Die etwa 30 Jahre alte US-Amerikanerin erstattete Anzeige. Nun sucht die Polizei im nördlichen Urlaubsort Manali nach drei Verdächtigen, sagte ein Polizeisprecher. Die mutmaßlichen Täter hätten der Frau angeboten, sie im Lastwagen mitzunehmen, fuhren dann aber an einen abgelegenen Ort und fielen dort über sie her.

"Sie vergewaltigten sie fast eine Stunde lang", sagte der Polizeisprecher. Die Frau könne sich nicht an das Kennzeichen des Fahrzeugs erinnern. Alle Lkw-Fahrer in Manali seien nun aufgefordert, sich auf der örtlichen Polizeiwache zu melden. Die Behörden hoffen, dass die Frau den Fahrer identifizieren kann.

Nach Angaben der Polizei standen außerdem noch medizinische Tests aus, um die Folgen des Martyriums der Amerikanerin zu belegen, das in eine seit Monaten anhaltende Kette derartiger Verbrechen passt.

Irin auf Party überfallen

Erst einen Tag zuvor hatte die Polizei in Kalkutta den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 21-jährigen Irin festgenommen. Der Geschäftsmann soll die Angestellte einer Wohltätigkeitsorganisation auf ihrer eigenen Geburtstagsfeier unter Drogen gesetzt und missbraucht haben.

Im März war eine Schweizer Touristin beim Zelten im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh von mehreren Männern vergewaltigt worden, während ihr überwältigter Mann hilflos zuschauen musste. Vier Tage später sprang eine Britin aus Angst vor einem sexuellen Übergriff aus ihrem Hotelfenster. Der Manager eines anderen Hotels soll im Februar eine Südkoreanerin vergewaltigt haben.

Schicksal einer Studentin lässt aufhorchen

Weltweit für Entsetzen hatte im vergangenen Dezember die Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin in einem fahrenden Bus in Neu Delhi gesorgt. Die 23-Jährige starb knapp zwei Wochen später an ihren Verletzungen. Ihr Freund war zusammengeschlagen und wie die junge Frau nackt aus dem Bus geworfen worden. Als Reaktion nahm die Zahl ausländischer Touristinnen der Untersuchung eines Unternehmerverbands zufolge danach um rund 35 Prozent ab.

Nur die Minderheit der Übergriffe wird angezeigt, geschweige denn, dass alle Fälle vor Gericht landeten. Das gilt noch mehr bei einheimischen Opfern. Gleichsam alltägliche sexuelle Gewalt gegen Frauen, die auch vor Mädchen nicht Halt macht, kam ans Tageslicht. Eines der aktuelleren Opfer war erst vier Jahre alt. Das Kind kam ums Leben.

Der Protest nimmt zu

Im Land wächst die Wut. Seit Dezember gibt es teils eskalierende Proteste und eine intensive Debatte. Viele Menschen haben genug, wollen ein Zeichen setzen, fordern Schutz und Vergeltung. Zuletzt gab es Berichte über Frauen, die den Glauben an Polizei und Rechtsprechung verloren haben und zur Selbstjustiz greifen.

Im März verschärfte Indiens Regierung die Strafen für Sextäter empfindlich: Die Teilnahme an einer Gruppenvergewaltigung soll künftig mit mindestens 20 Jahren Haft geahndet werden. Allerdings werfen Kritiker Polizei und Justiz vor, viele Fälle von Vergewaltigungen gar nicht erst aufzunehmen oder die Ermittlungen rasch einzustellen.

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