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Reemtsma-Entführer Thomas Drach entzieht sich strengen Auflagen

Nach Haftentlassung  

Reemtsma-Entführer entzieht sich der Überwachung

21.10.2013, 13:44 Uhr | dpa

Reemtsma-Entführer Thomas Drach entzieht sich strengen Auflagen. Entführer frei, Lösegeld weiter verschwunden: Thomas Drach hat das Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel verlassen  (Quelle: dpa)

Entführer frei, Lösegeld weiter verschwunden: Thomas Drach hat das Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel verlassen (Quelle: dpa)

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist nach mehr als 15 Jahren hinter Gittern auf freiem Fuß. Der 53-Jährige habe das Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel am Montagmorgen verlassen, sagte ein Sprecher der Hamburger Justizbehörde. Er habe im Vorfeld angekündigt, dass er aus Deutschland ausreisen wolle. Damit entzieht sich der Schwerverbrecher den strengen Auflagen, die von der Hamburger Justiz gegen ihn verhängt wurden.

Drach und seine Komplizen hatten den Millionen-Erben Reemtsma im Frühjahr 1996 vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet und in Todesangst in einem Verlies in der Nähe von Bremen fest.

Gegen 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken war Reemtsma schließlich freigekommen. Nur ein Bruchteil der Beute ist bisher aufgetaucht.

Ein Leben im Luxus

Es ist aber auch unklar, wie viel von dem Geld noch übrig sein könnte. Drach konnte sich nach der Entführung zunächst nach Südamerika absetzen und führte knapp zwei Jahre lang ein luxuriöses Leben in Uruguay.

Im März 1998 wurde er in Argentinien aufgespürt und festgenommen, als er ein Rockkonzert besuchen wollte. Erst gut zwei Jahre später, im Juli 2000, wurde Drach nach Deutschland ausgeliefert und wegen erpresserischen Menschenraubes zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

In der Haft kam eine weitere Strafe hinzu: Drach hatte seinen Bruder erpressen lassen wollen. Da Drach eisern über den Verbleib des Geldes schwieg und keine Reue zeigte, musste er die Strafe vollständig verbüßen.

Strenge Auflagen - theoretisch

Für Drach gelten nach seiner Freilassung strenge Auflagen - allerdings nur, wenn er sich in Deutschland aufhält: So müsste er hierzulande eine elektronische Fußfessel tragen.

Diese wurde ihm nach Auskunft des Justizsprechers jedoch noch nicht angelegt, da er vermutlich ausreisen werde.

Kein Kontakt mit Opfer erlaubt

Außerdem ist es ihm untersagt, in den Besitz von Waffen zu gelangen und Kontakt zu seinem Opfer Jan Philipp Reemtsma aufzunehmen.

Würde er sich in Deutschland aufhalten, müsste er sich auch wöchentlich bei einem Bewährungshelfer melden. Zudem wäre er angehalten, sich bei der Agentur für Arbeit zu melden oder eine geregelte Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

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